Schweinefleisch wird verarbeitet
Anne-Maria Revermann | am

Initiative Tierwohl verkündet Meilenstein

Die Initiative Tierwohl (ITW) hat gegenüber der Zeitung WELT eine Fleisch-Revolution angekündigt. Der teilnehmende LEH hat zugesagt, ab 2021 das komplette Grundsortiment bei unverarbeitetem Schweinefleisch auf Haltungsstufe 2 zu heben.

Um künftig bei Kunden und allen Käuferschichten in der Breite präsent zu sein, plant die Initiative Tierwohl (ITW) eine starke Ausweitung der Kennzeichnung von Fleisch in Supermärkten und Geschäften. Das hat die ITW gegenüber der Zeitung "WELT" als eine "kleine Fleisch-Revolution" angekündigt.

Nach Angaben der ITW hat der teilnehmende Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zugesagt, ab 2021 das komplette Grundsortiment bei unverarbeitetem Schweinefleisch auf Haltungsstufe 2 zu heben.

Mehr Platz, mehr Beschäftigung

Die Initiative Tierwohl hat eine vierstufige Kennzeichnung für die Haltungsform entwickelt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein eigenes Programm, das Kriterien für eine mehr oder weniger artgerechte Haltung des Schlachtviehs festlegt, sondern lediglich um einen Überblick zur Einordnung der bestehenden Programme. Bio-Fleisch erhält beispielsweise die höchste Stufe 4, Tierwohl-Fleisch Stufe 2, nach gesetzlichen Mindestvorgaben erzeugte Ware Stufe 1.

Unter "Haltungsstufe 2" versteht man demnach eine sogenannte "Stallhaltung plus". Mit dem blauen Label der Stufe 2 wird Fleisch gekennzeichnet, das aus einer Haltung stammt, die über die gesetzlichen Standards hinausgeht – darunter fällt auch das Fleisch aus Betrieben der Initiative Tierwohl. Das bedeutet, Tiere haben mindestens zehn Prozent mehr Platz im Stall als gesetzlich vorgeschrieben und es steht ihnen zusätzliches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung.

 

Auch Wurst soll einbezogen werden

Gegenüber der "WELT" sagte ITW-Geschäftsführer Alexander Hinrichs, dass es jedem Verbraucher möglich sein müsse, sich für mehr Tierwohl zu entscheiden und dies nicht nur einer Bio-Elite vorbehalten sein dürfe. „2021 werden wir Tierwohl-Produkte bei Schweinefleisch in großem Umfang auf der Verpackung kenntlich machen. Dies ist jetzt bereits bei Geflügel der Fall“, so Hinrichs. Bei Schweinefleisch, der wichtigsten Sorte, gibt bisher nur allgemeine Hinweise.

Die Marktdurchdringung solle bis zum Start der Kennzeichnung am Produkt in einem Jahr auf mindestens 30 bis 35 Prozent steigen, erläuterte Hinrichs: „Perspektivisch sollten doppelt so viele Schweinehalter mitmachen wie derzeit.“ Bei Geflügel sind es bereits jetzt 60 Prozent. Der Lebensmittelhandel dränge auf intensivere Produktkennzeichnung, so Hinrichs: „Auch Wurst soll zukünftig einbezogen werden, vielleicht schon 2022.“

 

Mäster sollen festen Aufschlag bekommen

Darüber hinaus beschloss die ITW eine grundsätzliche Umstellung der Finanzierung. Bisher fließen bei der ITW jährlich mehr als über 130 Millionen Euro vom Lebensmittelhandel in einen Fonds, der die Mittel an teilnehmende Züchter und Mäster auszahlt. Dies soll sich nun ändern. Zukünftig kommen die Gelder vom Markt. Schlachtbetriebe zahlen dann teilnehmenden Schweinemästern einen festen Aufschlag pro Tier. Die Mehrkosten werden dann vom Lebensmitteleinzelhandel übernommen. Das Kartellamt hat diesem Modell bereits zugestimmt.

Mit diesem Meilenstein zeigt der gesamte Sektor: Wir sind offen für Veränderungen, sie müssen jedoch bezahlt werden. Über Details will die ITW in den kommenden Wochen berichten.

 

 

Mit Material von ITW, WELT

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