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Ellen Hartmann | am

Auch Jäger setzen sich gegen Antibiotikaverbot ein

Jägerinnen und Jäger sowie Falkner in Deutschland unterstützen die Tierärzteproteste gegen das Verbot von Reserverantibiotika in der Tiermedizin. Kritik äußern sie in einem offenen Brief.

Gemeinsam kritisieren der Deutsche Jagdverband (DJV), der Deutsche Falkenorden (DFO), der Orden Deutscher Falkoniere (ODF) und der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) in dem Brief den zur Abschließung im Europaparlament vorliegenden Entschließungsvertrag des Umweltausschusses. Dieser sieht vor, den Einsatz von Antibiotika, welche für eine menschliche Behandlung gedacht sind, generell für Tiere zu verbieten. 

Verstoß gegen den Tierschutz?

Hier sehen Jäger und Falkner einen Verstoß gegen den Tierschutz. Denn Jagdhunde und Beizvögel würden bei Verletzungen effektive Hilfe benötigen. Sie sehen in der Umsetzung des Antrages eine bewusste Gefährdung von Tierleben, da die betroffenen Antibiotika meist die einzige Therapiemöglichkeit der Tiere seien, lebensbedrohliche und schmerzhafte bakterielle Infektionen zu heilen. Sie fordern die Mitglieder des Europaparlaments daher dazu auf, den Antrag abzulehnen. 

Antibiotikaverbot: Scheinlösung zu Lasten der Tiere

Allerdings äußern sich die Verbände in ihrem Schreiben positiv bezüglich des Ansatzes der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), der besagt, dass Tier- und Humanmedizin sowie Umweltwissenschaften gemeinsam an einer Reduktion von Antibiotikaresistenzen arbeiten sollten. Schon Anfang August hatte der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) sich auf EU-Ebene gegen ein weitreichendes Verbot des Antibiotikaeinsatzes bei Tieren ausgesprochen. Hier sei zu erwarten, dass in der Tiermedizin die Nutzung von Fluorchinolonen, Cephalosporinen der dritten und vierten Generation, Polymyxinen und Makroliden völlig verboten werde. 

Betroffen seien hiervon nicht nur landwirtschaftliche Nutztiere, sondern alle Tierarten, heißt es vom bpt weiter. Dies hätte gravierende Folgen für die Therapie der Tiere. Weitere Kritik komme auch vom Tierschutzbund: Sie sehen das Antibiotikaverbot als eine Scheinlösung zu Lasten einzelner Tiere. Weiter heißt es, Antibiotikaresistenzen müsse ganzheitlich vorgebeugt werden. 

Mit Material von AgE
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