Eine Legehenne in einem Stall, Käfighaltung
Anne-Maria Revermann | am

Käfigverbot: Bürgerinitiative übergibt 1,4 Millionen Unterschriften

Eine Europäische Bürgerinitiative hat rund 1,4 Millionen Unterschriften gegen die Verwendung von Käfigen in landwirtschaftlichen Tierhaltungen gesammelt.

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) namens „End the Cage Age“, die von insgesamt mehr als 170 Einzelorganisationen in der EU getragen wird, hat zum Ziel, die Haltung von Nutztieren in Käfigen zu beenden. Gefordert wird ein striktes Untersagen der Käfighaltung von Legehennen, Junghennen, Mastelterntieren, Legeelterntieren, Wachteln, Enten und Gänsen sowie von Kaninchen in der Tierhaltung.

Darüber hinaus fordert die Bürgerinitiative aber auch das Verbot der Kastenstandhaltung von Sauen, von Abferkelbuchten sowie von Kälbereinzelboxen.

An der Bürgerinitiative beteiligt sind auch die Tierschutzorganisationen „Vier Pfoten“ und „Provieh“. Diese teilten mit, dass die mittlerweile geprüften Unterschriften der EBI zum „Welttag für Tiere in der Landwirtschaft“ (2. Oktober) in Brüssel der EU-Kommission übergeben worden seien.

Ein Drittel der Unterschriften aus Deutschland

Beiden Organisationen zufolge hat die Zahl der Unterstützer das erforderliche Quorum von 1 Million Stimmen deutlich überschritten; ein Drittel davon stammt aus Deutschland.

Zudem sei in 18 EU-Ländern die erforderliche Unterschriftenzahl erreicht worden, nötig seien nur sieben Staaten. Damit sei „End the Cage Age“ die EU-Bürgerinitiative mit den drittmeisten jemals gesammelten Unterschriften und sei nur eine von bisher sechs erfolgreichen Initiativen.

Eingeführt wurde die Möglichkeit der EBI mit dem EU-Vertrag von Lissabon. Nach erfolgreicher Bürgerinitiative ist die EU-Kommission nun gehalten, deren Forderungen unverzüglich zu veröffentlichen und die Organisatoren auf angemessener Ebene zu empfangen, damit diese die Einzelheiten ihres Antrags erläutern können.

Zugleich sind die Forderungen von der Behörde rechtlich binnen drei Monaten zu prüfen. Neben einem Meinungsaustausch mit Vertretern der EU-Kommission erhalten die Organisatoren der Bürgerinitiative auch die Gelegenheit, die Initiative bei einer öffentlichen Anhörung im Europaparlament vorzustellen. Schließlich hat die Kommission darüber zu entscheiden, ob sie einen entsprechenden Vorschlag vorlegt. Verpflichtet ist sie dazu allerdings nicht.

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