Seit einigen Wochen gab es im Kreis Minden-Lübbecke ein mysteriöses Kaninchensterben.

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Ellen Hartmann | am

Kaninchensterben: Chinaseuche in Minden-Lübbecke ausgebrochen

Seit einigen Wochen beobachteten Tierschützer und Behörden im Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen ein mysteriöses Kaninchensterben. Nun haben die Experten den Grund gefunden: die sogenannte "Chinaseuche". Doch was ist das?

Laut dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Minden-Lübbecke seien der Behörde in den vergangenen Wochen rund 30 tote Wildkaninchen gemeldet worden. Äußerlich habe es bei den Tieren keinerlei Aufschluss über eine Erkrankung gegeben, doch die amtliche Untersuchung habe gezeigt, dass die Kaninchen an einer Infektion mit dem RHD 2-Virus (RHD = Rabbit Haemorrhagic Disease) gelitten hätten.

Chinaseuche: Auch Hauskaninchen sind gefährdet

Dabei handelt es sich um eine Hämorrhagische Kaninchenkrankheit, die auch als "Chinaseuche" bezeichnet wird. Eine Infektion mit dem Virus ist für Hasen und Kaninchen hoch ansteckend und endet meist mit dem Tod. In Niedersachsen im Landkreis Osnabrück gebe es allerdings bisher keine Meldungen zu ähnlichen Fällen. Hier hatte es 2019 kurz vor der Ausstellung des Hunteburger Kaninchenzuchtvereins einen Ausbruch der Chinaseuche gegeben. "Auch Hauskaninchen sind gefährdet und können sich mit diesem tödlichen Virus anstecken", so Jörg Kowalik, Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins Hunteburg, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). 

Nur die Impfung hilft gegen die Seuche

Kowalik hat momentan 30 Kaninchen in seinen Stellen und ist froh, dass die Tierseuche bei ihm noch kein Thema ist. Laut dem Züchter werde das Virus vor allem über den Kontakt mit infizierten Tieren und deren Ausscheidungen verbreitet. Doch auch verseuchtes Futter oder Blut saugende Insekten und Fliegen könnten die Krankheit weitertragen. Gegen die Chinaseuche schütze nur die Impfung, ist sich der Züchter sicher. Seiner Ansicht nach sollten Halterinnen und Halter ihren ganzen Bestand impfen, um sicherzugehen. 

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Achten Sie als Züchter auf diese Symptome:

Achtung sei zudem geboten, wenn eigentlich gesunde Tiere plötzlich tot im Stall aufgefunden werden würden. Laut Kowalik komme es dann meist mehrere Tage lang zu einem regelrechten Massensterben im Bestand. Sind Kaninchen mit dem RHD-Virus infiziert, zeigen sie nicht unbedingt Symptome. Oftmals bekommen die Tiere kurz vor ihrem Tod hohes Fieber oder aber Untertemperatur, essen nicht mehr, werden apathisch, verkrampfen und ringen nach Luft. Ist ein Kaninchen an der Chinaseuche verstorben, sollten Sie es nicht im Garten gegraben. Im verwesenden Körper des Tieres findet das Virus nämlich optimale Überlebensbedingungen. Tote Wildkaninchen sollten dennoch grundsätzlich in der Natur gelassen werden. 

Hasenpest: Hier wird es auch für Menschen gefährlich

Grundsätzlich ist die Tierseuche für Menschen und andere Haustiere wie Hunde ungefährlich. Sollten Sie jedoch ein verendetes Wildkaninchen finden, sollten Sie vorsichtig sein. Das Tier könnte nämlich an der Hasenpest gestorben sein. Diese bakterielle Erkrankung ist auch für Menschen hoch ansteckend und kann für Kinder sogar tödliche Folgen haben. Aus diesem Grund sollten Wildkaninchen nicht angefasst werden - wenn dann nur mit Schutzhandschuhen und Atemschutz. 

Mit Material von NOZ

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