Sauen im Deckzentrum im Kastenstand
Laura Schneider | am

Kastenstandverbot im Deckzentrum: Was kommt auf die Sauenhalter zu?

Die Neuregelungen zum Kastenstand bedeuten für Ferkelerzeuger gravierende Veränderungen. Lesen Sie, wie sie sich umsetzen lassen.

Die Einzelhaltung von Sauen im Deckzentrum in Kastenständen steht seit Langem in der Kritik. Mit der Novellierung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung (TierSchutzNutztV) ist diese Form der Fixierung nur noch für den Zeitpunkt der Belegung und im Abferkelstall einen Tag vor dem errechneten Geburtstermin und bis drei Tage danach erlaubt.

Ansonsten müssen Sauen in Gruppen gehalten werden, was in der Gesellschaft die größere Akzeptanz findet. Ferkelerzeuger müssen sich damit auf wesentliche Änderungen in der Haltungstechnik einstellen.

Gruppenhaltung im Deckstall

Der aktuelle Kompromissvorschlag sieht mit einer achtjährigen Übergangsfrist (weitere zwei Jahre für Härtefälle) die Gruppenhaltung im Deckstall vor. In der Übergangszeit sind im Deckzentrum sowohl Einzel- als auch Gruppenhaltung möglich.

Allerdings müssen die Sauen in Buchten für Einzelhaltung auf der Seite liegen können, ohne dass bauliche Hindernisse sie beim Ausstrecken der Gliedmaßen behindern. Außerdem ist die Aufenthaltsdauer in solchen Ständen auf maximal 28 Tage nach der Belegung begrenzt.

Eine Fixierung der Sauen in der Rausche über mehrere Tage hinweg ist nur noch in der Übergangszeit von maximal acht Jahren möglich.

Mindestfläche von 5 m² pro Tier

Im Deckzentrum muss pro Sau eine Fläche von mindestens 5 m² zur Verfügung stehen, unterteilt in

  • einen 1,3 m² großen Liegebereich,
  • einen in der Größe nicht näher definierten strukturierten Aktivitätsbereich
  • und einen Fressbereich.

Selbstfangbuchten im Fressbereich ermöglichen die Belegung und erlauben rangniederen Sauen, vor ranghohen Tieren zu flüchten. Die Fläche dieser Fress-Besamungs-Buchten zählt mit zur erforderlichen Gesamtfläche.

Mit einer entsprechenden Buchtenstruktur und dem Einhalten der Funktionsmaße von Laufgangbreiten und -längen lassen sich die Anforderungen baulich erfüllen. Laufgänge sollten breiter als 3 m und länger als 7 m sein.

Trockene und rutschfeste Böden

Der Stallbereich muss die Anforderungen der Gruppenfindung mit Rangkämpfen und die der Verhaltensweisen in den verschiedenen Brunstphasen erfüllen.

Wichtig ist ein trockener, rutschfester Boden, der die entsprechenden Bewegungsabläufe ohne Verletzungsgefahr ermöglicht. Im Idealfall sollte er Flüssigkeiten und Kot schnell aus dem Laufbereich entfernen.

Eine Strohauflage kann die Schärfe des Bodens und die Gefahr von Klauenverletzungen reduzieren. Damit beeinflussen diese Haltungsverfahren aber auch die Entmistungssysteme.

Selbstfang-Besamungs-Fressbuchten

Die Sauen sollten im Deckzentrum einzeln gefüttert werden, idealerweise in Fressbuchten. Sind diese als Selbstfang-Besamungs-Fressbuchten ausgeführt, ergibt sich im Prinzip eine dreigeteilte Bucht:

  • Fressen und Belegen in den Selbstfang-Buchten,
  • Liegen in den Liegebereichen
  • und dazwischen befindet sich der Laufgang.

Bei einer Breite der Selbstfang-Besamungsstände von rund 70 cm ist sichergestellt, dass die Sauen nicht zu eng liegen.

Platz für Eber im Deckstall

Rauschkontrolle und Besamung erfolgen mit Unterstützung eines Ebers. Die vielfältigen Reize des Ebers sind für eine gute Stimulierung der Sau unverzichtbar. Deshalb ist es sinnvoll, den Eber auch bei künstlicher Belegung einzusetzen.

Grundsätzlich kann die Gruppenhaltung im Deckzentrum mit und ohne Fixierung der Sau erfolgen. Um Sauen in Gruppen ohne Fixierung zu belegen, müssen noch adäquate Haltungsverfahren entwickelt werden. Es besteht die Gefahr von Verletzungen durch das Aufspringen der Sauen auf den Tierbetreuer und Aggressivität von Sauen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 30/2020 und in der digitalen Ausgabe.

Mit Material von Bernhard Feller, LWK Nordrhein-Westfalen

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