Landvolk-Präsident Holger Hennies bei der Mahnwache zur Düngeverordnung

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Meinung | Dr. Holger Hennies | am

Ein klares Signal statt frommer Weihnachtswünsche

Das Jahr war für Landwirtinnen und Landwirte mehr als nur schwierig. Kurz vor den Feiertagen macht sich Landvolkpräsident Holger Hennies Gedanken über Wertschätzung und Perspektiven.

Was für ein Jahr! Die Schweinekrise im Nacken, die Schweinepest vor der Tür, turbulentes Wetter, wilde Märkte, der Wolf und ein neuer Bundeslandwirtschaftsminister, der sich radelnd zum Anwalt von uns Landwirten machen will. Langweilig war es nicht und wird es nicht - aber gerade deshalb sollten wir alle die anstehende Weihnachtszeit nutzen, um abzuschalten, durchzuatmen und neue Kräfte für die anstehenden Herausforderungen zu sammeln.

Die Stimmung auf den Höfen ist schlecht

Die Stimmung auf den Höfen ist vielerorts schlecht, daran ändert auch der Advent nichts. Viele unserer Berufskollegen waren zuletzt mit Entscheidungen der Politik nicht einverstanden. Die alte Bundesregierung hat viel Schaden angerichtet. Es wurden handwerkliche Fehler gemacht, etwa bei der Düngeverordnung oder dem Insektenschutzgesetz.

Bringen die neuen Minister Besseres?

Die Summe der unabgestimmten, unkoordinierten und nicht zu Ende gedachten Vorgaben und Auflagen war für viele Landwirte schon vor zwei Jahren der Impuls, um auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren oder anders zu wählen. Dass Umwelt- und Agrarministerium in Berlin nun von Grünen geführt werden, muss nichts Schlechtes heißen. Nach den Erfahrungen und Streitereien der zurückliegenden vier Jahre mit einer SPD-Umweltministerin und einer CDU-Landwirtschaftsministerin kann es nur besser werden, denke ich.

Betriebe müssen in die Gewinnzone

Die Rinderhalter und Milcherzeuger haben drei schlechte Jahre hinter sich. Sie sehen jetzt aber immerhin wieder einen Silberstreifen am Horizont. Viele Schweinehalter dagegen stehen förmlich vor dem Abgrund, wenn sich nicht schnell etwas ändert. Die Forderung nach "5xD" wurde von großen Handelsketten schon gehört und muss jetzt beim Verbraucher ankommen.

Die Betriebe müssen endlich wieder in die Gewinnzone. Die Erlöse sind aber seit Jahren deutlich rückläufig. Nicht wenige Familien befinden sich im Bereich des Niveaus von Sozialhilfe. Das kann und darf nicht sein; es muss gelten: gutes Geld für gute Arbeit.

Immer mehr Betriebe müssen aufgeben

Akzeptable Preise, wie bei der Milch oder dem Getreide, müssen in Relation gesehen werden zu den steigenden Kosten für Düngemittel, Futtermittel und Energie. Auch die Milchviehhalter in Niedersachsen unterliegen nicht zuletzt wegen der Schieflage zwischen Aufwand, Mitteleinsatz und zu magerem Ertrag einem wohl leider unvermeidbaren Strukturwandel, bedingt auch durch unglückselige Vorgaben aus Brüssel. Es müssen immer mehr Betriebe aufgeben.

Mehr Wertschätzung, gutes Einkommen

Auch das kann und darf nicht sein! Niedersachsen ist ein Agrarland, das nicht zuletzt von uns Landwirtinnen und Landwirten geprägt und getragen wird. Wir brauchen wieder mehr Wertschätzung, ein vernünftiges Einkommen, gute Perspektiven und auch langfristige Planbarkeit für unsere Betriebe. Das ist kein frommer Weihnachtswunsch meinerseits, sondern ein klares Signal des Landvolks Niedersachsen in Richtung Politik und Handel. Damit künftige Weihnachten wirklich wieder frohe Feste werden!

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