Eine regelmäßige Klauenpflege ist die Voraussetzung für gesunde Klauen bei Milchkühen.
Imke Junge, LWK Schleswig-Holstein | am

Klauengesundheit – Darauf kommt es an

Gesunde Kühe brauchen gesunde Klauen. Neben der Klauenpflege sollten Sie noch einige andere Faktoren beachten.

Regelmäßige Klauenpflege gehört zu den Voraussetzungen für eine gesunde und leistungsstarke Rinderherde. Leichte Lahmheiten sind nur schwer erkennbar und werden oft unterschätzt, führen aber bereits zum Milchverlust.

Umso wichtiger ist es, Klauenerkrankungen vorzubeugen und eine regelmäßige und fachgerechte Klauenpflege in den Betriebsablauf aufzunehmen.

Richtige Klauenpflege

Als Rinderhalter müssen Sie Ihre Tiere so halten, dass Lahmheiten oder Klauenprobleme im Idealfall gar nicht erst entstehen. Treten diese doch auf, müssen Sie entsprechend handeln.

Die Klauenpflege sollte eine fachkundige Person übernehmen. Bei schmerzhaften Eingriffen an der Klaue muss ein Tierarzt das Tier betäuben, denn das Tierschutzgesetz verbietet schmerzhafte Eingriffe ohne Betäubung.

Somit müssen Sie bei der Klauenpflege in kritischen Fällen abwägen, wie weit Sie selbst gehen dürfen und ab wann Sie einen Tierarzt hinzuziehen müssen.

Der passende Zeitpunkt für die Klauenpflege

Auf vielen Betrieben hat die Klauenpflege mittlerweile einen festen Platz im Wochenarbeitsplan gefunden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu organisieren – in mehreren Etappen oder an einem Termin für den gesamten Bestand.

Generell müssen Sie den Zeitpunkt und die Häufigkeit der Klauenpflege betriebsindividuell wählen. An einigen Anhaltspunkten können Sie sich dabei orientieren:

  • Bei jedem Tier sollte dreimal im Jahr eine funktionelle Klauenpflege an allen Klauen stattfinden.
  • Bei der Einstallung der Jungtiere in den Rinderstall mit dem siebten Lebensmonat muss eine Klauenpflege erfolgen.
  • Färsen sollten Sie spätestens zwei bis drei Monate vor der Kalbung in die professionelle Klauenpflege einbeziehen.
  • Einzelne akute Fälle müssen jederzeit behandelt werden – unabhängig vom Termin der regulären Klauenpflege.

Lahmheiten erkennen

Lahmheiten zu erkennen und zu beurteilen, spielt im gesamtbetrieblichen Management eine wichtige Rolle, da sich daraus Rückschlüsse auf verschiedene Haltungsfaktoren ziehen lassen. Wenn ein Tier lahmt, müssen Sie als Tierhalter handeln.

Um lahme Tiere sicher zu erkennen und frühzeitig handeln zu können, bietet sich für die Praxis die Lahmheitsbeurteilung nach Sprecher an. Wenn Sie mit einer standardisierten Systematik Befunde erheben, können Sie lahme Kühe aussagekräftig und wiederholbar erfassen. So lässt sich der Anteil lahmer Kühe im Betrieb über einen bestimmten Zeitraum hinweg auswerten.

Die richtige Fütterung

Auch das Futter beeinflusst die Klauengesundheit von Kühen.

Auch die wiederkäuer- und leistungsgerechte Fütterung bestimmt über die Klauengesundheit. Wichtige Faktoren sind dabei:

  • ein ausgewogenes Grundfutter-Kraftfutter-Verhältnis,
  • ein ausreichender Anteil an Struktur,
  • der Energiegehalt der Ration,
  • und der Zink- und Kupfergehalt der Ration.

Hochleistende Tiere sind besonders gefährdet, weil bei ihnen die Gefahr besonders hoch ist, dass der enorme Nährstoffbedarf nicht gedeckt werden kann. Wichtige Faktoren sind eine Grundfutteranalyse und eine ausgewogene und regelmäßig angepasste Rationsgestaltung.

Haltung und Management

Der Stall sollte für die Kühe so angenehm wie möglich sein:

  • Am Fressgitter müssen sie reibungslos Futter aufnehmen können.
  • Liegeboxen müssen so gestaltet sein, dass sich die Tiere gerne hinlegen, um ihre Klauen zu entlasten. An heißen Sommertagen ist es nötig, mit entsprechender Belüftung oder Kühlung zum Tierwohl beizusteuern, sodass die Tiere die Liegeboxen auch bei hohen Temperaturen aufsuchen.
  • Gummiauflagen auf Laufwegen, im Wartehof oder im Melkstand an den Standplätzen machen den Kühen das Laufen und Stehen angenehmer.
  • Überbelegung ist grundsätzlich zu vermeiden. Die Tiere wollen zusammen fressen und liegen, was bei einer Überbelegung zu längeren Standzeiten führt.

Generell ist vor allem auf saubere, trockene und trittsichere Flächen zu achten. Feuchte und verschmutze Lauf- und Liegeflächen bieten ideale Lebensbedingungen für die Erreger von Mortellaro. Sie wird vor allem durch das Einstallen infizierter Tiere oder über verschmutze Stiefel betriebsfremder Personen in den Betrieb eingeschleppt. Daher beeinflussen auch viele Managementpunkte im Bereich der betrieblichen Biosicherheit die Klauengesundheit.

Fazit

  • Regelmäßige Klauenpflege ist unerlässlich – aus Tierschutzgründen und um die Leistungsfähigkeit zu erhalten.
  • Es gibt verschiedenste Faktoren, die den Klauenzustand der Tiere beeinflussen.
  • Den Zeitpunkt der Klauenpflege müssen Tierhalter individuell so wählen, dass das Wohlbefinden der Kühe aufrechterhalten wird und die Klauen jederzeit in einem gepflegten Zustand sind.
  • Auch Fütterung und Management entscheiden über die Klauengesundheit.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 28/2021 und in der digitalen Ausgabe

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