Wenn Pferde koliken, wälzen sie sich häufig

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Imke Harms | am

Koliken beim Pferd: Das sind die Ursachen

Nicht nur schlimm für Besitzer eines Pferdes, auch Stallbetreiber leiden mit, wenn ein Tier kolikt. Welche Gründe gibt es dafür?

Unruhiges Verhalten, zum Bauch schauen, wälzen, stöhnen, krampfen: es gibt viele Anzeichen für eine Kolik beim Pferd. Vor allem für Stallbetreiber ist es wichtig zu wissen, welche Faktoren sie beeinflussen können, um das Risiko im Bestand für Magen- und Darm- sowie Verdauungsbeschwerden zu minimieren. Denn nicht selten können die „Bauchschmerzen beim Pferd“ auch tödlich enden, wie eine Studie jetzt noch einmal belegt. Hierin hatte die Forscherin Sarah Freeman 58 weitere Studien als Datengrundlage verwendet. Ergebnis: Es gibt insgesamt 22 Risikofaktoren für eine Kolik beim Pferd. Das größte Risiko sind dabei Änderungen in der Haltung oder dem Futtermanagement, wie auch in dem Magazin pferde.de nachzulesen ist.

Futteränderung ist Grund Nummer 1 für Koliken

Pferde sind Gewohnheitstiere – im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb reagieren sie bei Veränderungen besonders sensibel. Abrupte Futterwechsel sind daher häufig die Ursache für Koliken. Drei Studien berichteten über ein höheres Risiko bei einer Umstellung des Kraftfutters, vier Studien über ein erhöhtes Risiko bei einer Umstellung des Heus. Drei Studien zeigten ein erhöhtes Kolikrisiko bei der Fütterung von mehr als 2,5 Kilogramm Kraftfutter pro Tag oder mehr als 2,7 Kilogramm Hafer pro Tag. „Die Menge und Art des Kraftfutters, die mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, erfordert jedoch weitere Untersuchungen, einschließlich der Menge an Konzentrat in Bezug auf die Größe des Pferdes“, so die Forscher in der Studie.

Pferd auf der Weide

Veränderung sind Gründe für Pferdekoliken

Aber auch Veränderungen des Trainings, der Weide, des Wassers und der Unterbringung wurden als Risikofaktoren identifiziert. Weil der Magen-Darm-Trakt des Pferdes so komplex ist, überrascht es auch nicht, dass Koliken der häufigste Grund für eine tierärztliche Notfallbehandlung bei Pferden sind. Bis zu 40 Meter Darm liegen in Schlingen im Pferdebauch, da kann auch schnell etwas schiefgehen. Eine Reihe von internationalen Studien zeigt nämlich außerdem: Koliken sind ein Hauptgrund beim Tod beziehungsweise dem Einschläfern. Rund ein Fünftel der Kolikfälle, die Tierärzten vorgestellt werden, sind kritisch, benötigen also eine intensivmedizinische Versorgung, eine Operation oder Euthanasie.

22 Gründe für Koliken

Bei den Studien konnte das Team aber 22 weitere Gründe ausmachen, die zu Koliken führen können: Diese betreffen pferdebezogene Faktoren, managementbezogene Faktoren und umweltbezogene Faktoren.

Zu den pferdebezogene Faktoren gehören:

  • Alter,
  • Geschlecht,
  • Rasse,
  • Größe,
  • medizinische Vorgeschichte
  • sowie das Verhalten und die Veranlagung.

Managementbezogene Faktoren konzentrierten sich auf:

  • das Pflegepersonal,
  • die Unterbringung der Tiere,
  • das Weide- sowie Futtermanagement,
  • die Qualität und die Menge des Wassers,
  • Bewegung,
  • Entwurmung,
  • Parasiten,
  • Transport,
  • Impfung
  • und Zahnpflege.

Die Umweltfaktoren sind jahreszeitlich- bzw. wetterbedingt und auch der Standort des Pferdestalls spielt eine Rolle.

Stall und Haltung spielen große Rolle bei Koliken

Wichtig: Die Unterbringung der Pferde bzw. ein Stallwechsel. Dies wurde laut Forscherteam in drei Studien als signifikanter Risikofaktor identifiziert. Dabei lagen die Veränderungen zum Zeitpunkt der Studie erst zwei Wochen oder sogar kürzer zurück. „Eine Änderung der Unterbringung oder des Stalls kann auch mit einer Änderung des Futters und der Bewegung verbunden sein, und daher ist es wahrscheinlich, dass es eine Wechselwirkung zwischen diesen Faktoren gibt“, so das Team. Dabei stellte sich heraus: Auch hier ist eigentlich die Futteränderung das größte Risiko.

Dehydrierung vermeiden

Als weitere Risikofaktoren gelten laut pferde.de Dehydrierung und Störungen der Darmflora. Wobei die Störung der Darmflora eher als Folge einer Veränderung als „Neben-Risiko“ in den Studien aufgefallen sei. Denn das Darmmilieu ändere sich bei Ernährungsumstellung oder Stress. Ebenfalls ein Kolik-Risiko ist die Geburt. Denn: Elf Prozent aller Stuten, die ein Fohlen zur Welt bringen, leiden kurz danach unter Koliken – das ergab eine der untersuchten Studien. Wissenschaftler vermuten, dass sich nach der Geburt die Darmflora der Stute verändert – und dies das Kolik-Risiko erhöht.

Mit Material von Pferde.de, horsetalk
Wie viel Heu Pferde bekommen sollten, ist ein häufiges Streitthema zwischen Stallbetreibern und Pferdebesitzern. Besonders herausfordernd wird es bei Pferden in heterogenen Gruppen.

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