Wölfe im Wald
Christel Grommel | am

Kontroverse Wolf

Der Wolf ist zurückgekehrt, nachdem er als fast ausgerottet galt. Die Wiederausbreitung gewinnt an Dynamik. Das birgt Konfliktpotential.

Nach aktuellen Zahlen des Bundesamts für Naturschutz (BMU) gab es im Monitoringjahr 2019/20 bundesweit insgesamt 128 Wolfsrudel. Der Wolf konnte in 15 Bundesländern nachgewiesen werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) schätzte den Bestand im vergangenen Jahr auf rund 1.300 Tiere und rechnet mit einem weiteren Zuwachs um 500 Tiere. 

In Niedersachsen gibt es laut Landesjägerschaft 35 Wolfsrudel und zwei Wolfspaare. Damit hat Niedersachsen neben Sachsen die meisten Wölfe in Deutschland.

Aus Sicht des Artenschutzes ist die Wiedereinbürgerung des Wolfs erfreulich - sie birgt aber viel Konfliktpotential. 

Denn mit der Ausbreitung des Bestandes nehmen auch die Angriffe auf Nutztiere zu. Weidetierhalter haben immer wieder Verluste von Schafen, Ziegen und sogar Pferden, Kälbern und Rindern zu verzeichnen. 

2019 wurden deutschlandweit bei 887 Wolfsübergriffen 2.894 Nutztiere verwundet oder getötet. Schafe und Ziegen hatten mit 2.500 den größten Anteil, aber es waren auch Rinder und Pferde dabei.

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Nutztiere vor Wölfen zu schützen ist schwer

Zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen gehören auch Schutzzäune. Elektrozäune sollen auf Weiden und Koppeln den Wolf abschrecken. Diese Zäune sind jedoch von Wölfen schon mehrfach überwunden bzw. übersprungen worden, Tiere wurden gerissen. 

Herdenschutzhunde gelten lauf BfN ebenfalls als angemessene Schutzmaßnahme. Die notwendige Anzahl richtet sich nach Art der Weidetiere sowie der Herdengröße und Weidefläche. Allerdings sind ausgebildete Herdenschutzhunde kostspielig und erfordern Sachkunde, Schulungen sind notwendig. 

Schutzmaßnahmen sind aufwendig und kostenintensiv, die Kosten dafür sind nur anteilig förderfähig. Zudem leisten sie keinen absoluten Schutz vor dem Wolf

Auf Seiten der Landwirtschaft fördert dies die Koexistenz mit dem Wolf nicht gerade. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und Teile der Jägerschaft fordern ein aktives Wolfsmanagement mit aktiver Bejagung zur Einhaltung einer Obergrenze des Wolfsbestands. 

Mit Material von Dialog Mich, Landesjägerschaft Niedersachsen, dpa
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