Schweine werden in einem Schlachthaus zerlegt
Christel Grommel | am

Konzentration in der Schlachtbranche nimmt zu

2020 war mit Corona, der ASP und dem Schweinestau ein Sonderjahr. Die Krise hat einen langjährigen Trend beschleunigt.

Immer weniger Schlachtunternehmen konkurrieren um eine abnehmende Zahl an deutschen Schlachtschweinen.

Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 53,28 Millionen Schweine geschlachtet. Das waren 1,91 Millionen Tiere bzw. 3,5 % weniger als 2019 - die niedrigste Zahl seit 14 Jahren.

Insgesamt schlachteten die Top 10-Schlachtunternehmen 82,2 % aller Schweine in Deutschland. 2019 waren es noch 80,4 %. Bei einigen mittelständischen Unternehmen kam es zu Zusammenschlüssen. Die Konzentration in der Schlachtbranche hat also weiter zugenommen.

 

Strukturveränderungen erwartet

Das Unternehmen Tönnies schlachtete trotz der coronabedingten Schließung in Rheda-Wiedenbrück die mit 16,3 Millionen die meisten Schweine. Tönnies konnte seinen Marktanteil damit um 0,3 % steigern. Auf Platz zwei folgte Vion, auf Platz drei Westfleisch.

"Der ohnehin schon deutliche Bestandsabbau in der deutschen Schweinehaltung wurde durch Corona und ASP nochmal stark beschleunigt", fasst ISN-Marktanalyst Klaus Kessing zusammen.

Er folgert daraus: "Für die Schlachtunternehmen werden die deutschen Schweine damit in Zukunft knapper, was auch zukünftig zu Strukturveränderungen in der Schlachtbranche führen dürfte." Die Konzentration werde steigen und die Rohstoffsicherung Schwein immer wichtiger. Daher könne ein großer Teil an Schweinen bald in festen Lieferverträgen gebunden sein. 

Margen in der Kette gerecht verteilen

ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack kommentierte das Ranking: "Die bekannten Jahresabschlüsse von Schlachtunternehmen zeigen deutlich, dass diese – ganz anders als die Schweinehalter – das Krisenjahr 2020 finanziell sehr gut überstanden haben. Hier ist die Erlösverteilung in der Kette gewaltig zu Lasten der Schweinehalter aus den Fugen geraten", kritisiert er.

Deshalb sei die Diskussion um die Erlös- und Margenverteilung in der Kette Schweinefleisch genau richtig und müsse zum Ergebnis geführt werden, mit LEH und den Schlachtunternehmen. "Die Schweinehalter müssen ein ausreichend großes Stück von der Torte abbekommen."

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