Werkseingang bei Tönnies
Christel Grommel | am

Landrat will Tönnies Kosten tragen lassen

Durch den massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies sind erhebliche Kosten entstanden. Diese will der Landrat nun an Tönnies weitergeben. Zudem sieht er Nachbesserungsbedarf am vorgelegten Hygienekonzept.

Landrat Adenauer zeigte Konsequenz: "Herr Tönnies hat sich ja bereit erklärt, die Kosten für die Testungen zu übernehmen. Der Deckel wird mit Sicherheit größer werden." Er schloss dabei eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht aus.

Das Unternehmen von Clemens Tönnies habe viele Kosten im Kreis Gütersloh verursacht, sagte er. Eine konkrete Summe nannte Adenauer nicht, verwies aber unter anderem auf die zahlreichen Corona-Tests. 

Die Infektionslage entspannt sich merklich: Die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreisgebiet lag nach am Dienstag (7. Juli) veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 35,4. Als Grenzwert gilt der Wert 50.

Hygienekonzept unzureichend

Seit Anfang der Woche wird darüber beraten, ob, wann und wie der Betrieb bei Tönnies wieder aufgenommen werden kann. Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold, Fachleute und das Unternehmen selbst sind involviert. 

Das vom Unternehmen vorgelegte Hygienekonzept gehe in Teilen in die richtige Richtung, erfülle aber noch längst nicht alles, was erforderlich sei, hieß es vom Landrat. Der Stichtag 17. Juli sei auch noch fraglich: "Wenn man dieses Datum einhalten will, dann muss sich die Firma in die Hände spucken", so Adenauer. 

Im Fokus stehen die Belüftung, aber auch Abstandsregeln und Mundschutzpflicht. Nach einer Analyse hatte der Hygiene-Experte Martin Exner von der Universität Bonn die Luftumwälzung als möglichen Faktor für die Ausbreitung des Virus genannt. Bislang fehle eine Aufbereitung der Luft. Exner empfahl daher zum Schutz gegen Viren Hochleistungsfilter und UV-Bestrahlung.

Der Landrat wollte noch keine Prognose darüber abgeben, wann das Werk wieder arbeiten könne. Es sei grundsätzlich auch denkbar, dass einzelne Teilbereiche der Fleischverarbeitung schon vor dem 17. Juli hochgefahren würden. Er sehe aber noch erheblichen Nachbesserungsbedarf am Konzept. 

Mit Material von dpa
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