Kühe im Kuhstall
Janina Schuster | am

Landvolk fordert weniger Bürokratie bei mobilen Schlachtungen

Hofnahe, mobile Schlachtungen sind seit kurzem möglich. Doch bislang steht dahinter noch viel Bürokratie. Das Landvolk fordert einen leichteren Zugang.

Im Juni schrieben wir an dieser Stelle noch, dass hofnahe und mobile Schlachtungen in Niedersachsen bald möglich seien. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hatte sich anlässlich eines Antrages zum Thema dafür ausgesprochen. Inzwischen wurde dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt und die Rechtslage auf EU-Ebene angepasst. Nun hat auch der Niedersächsische Landtag den Weg für das mobile Schlachten frei gemacht.

Die Hintergründe

Schon lange sprachen sich Milchviehhalter für eine Ausweitung des mobilen Schlachtens aus. So sollte es möglich sein, kleine Gruppen von Tieren auf dem eigenen Hof zu schlachten. Unabhängig davon, ob sie verletzt sind, also eine Notschlachtung nötig ist oder nicht. Dafür galt als Bedingung die Verwendung einer mobilen Schlachteinheit. Seit kurzem können Kleinunternehmer und Erzeugerzusammenschlüsse EU-Fördergelder aus der Maßnahme "Verarbeitung und Vermarktung" beantragen, um diesen Einheiten anzuschaffen. Anita Lucassen vom Landvolk Kreisverband Cloppenburg freut sich über den Vorstoß: "Das erspart den Tieren unnötigen Stress und ist ein Beitrag zum Tierwohl." Sie wies auch darauf hin, dass mit dieser Entscheidung dem Wunsch der Gesellschaft nach mehr Regionalität nachgekommen werden kann. Dies würde durch die Zusammenarbeit von Haltern und Metzgereien oder kleinen Schlachthöfen möglich gemacht werden.

Die aktuelle Regelung

Die derzeitige Regelung besagt, dass in Niedersachsen bis zu drei Rinder, sechs Schweine oder drei Pferde im Herkunftsbetrieb geschlachtet werden dürfen. Bislang mussten die Tiere zwangsläufig zum großen Schlachthaus transportiert werden. Bei großen Viehbetrieben mag das noch nachvollziehbar sein, bei kleinen Betrieben und dementsprechenden Viehbeständen ist diese Praxis häufig ein großer Stressfaktor. Die dort lebenden Tiere sind die Enge auf den Transporten nicht gewohnt und geraten somit deutlich schneller in Stress als die, die auf den größeren Betrieben in Stallhaltung auf weniger Fläche leben.

Einstieg muss erleichtert werden

Lucassen fordert nun den Einstieg in die mobile Schlachtung zu erleichtern. Dafür seien praktikable Regelungen nötig. So sollte die vorgeschriebene Kontrolle während der Schlachtung durch einen amtlich beauftragten Tierarzt erfolgen können und nicht, wie aktuell gehandhabt, durch hauptamtliches Personal des Veterinäramtes. Zum einen gäbe es bereits jetzt personelle Engpässen bei den Behörden, zum anderen entstehen hohe Kosten, die die mobile Schlachtung wieder unattraktiv machen.

Mit Material von LPD
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