Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) ist der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft gestiegen.

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Ellen Hartmann | am

Landwirtschaft: Produktionswert steigt auf 59,6 Milliarden Euro

Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft ist auf 59,6 Milliarden Euro angestiegen. So lauten die vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL). Grund hierfür sind vor allem die höheren Getreidepreise.

Insgesamt sei der Produktionswert um 3,6 Prozent angestiegen, so das BZL. Grund hierfür seien die gestiegene Nachfrage für Getreide sowie die höheren Getreidepreise. Sie hätten zu einem Verkaufserlös von sieben Milliarden Euro erreicht. Das bedeutet ein Plus von 42 Prozent. Der Wert der Tierproduktion habe mit 26,3 Milliarden Euro nahezu den Wert der Vorjahre erreicht. 

Pflanzliche Erzeugung: Zahlen für Getreide, Kartoffeln und Mais

Für die pflanzliche Erzeugung rechnet das BZL mit einem Produktionswert von 29,7 Milliarden Euro, was eine Steigerung von rund acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Getreideernte beträgt dabei rund 42,2 Millionen Tonnen. Zudem seien die Wasserversorgung während der Wachstumsphase sowie die klimatischen Bedingungen besser als in den Vorjahren gewesen. Insgesamt sei der Gesamtertrag zudem mit den Vorjahren vergleichbar gewesen. Zusätzlich werde der Getreide-Verkaufserlös derzeit auf sieben Milliarden Euro geschätzt (ein Plus von 42 Prozent im Gegensatz zu 2020). Der Produktionswert steige damit auf 29 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Nach ersten Schätzungen liege der durchschnittliche Erzeugererlös bei 207 Euro pro Tonne. 2020 waren es noch 161 Euro je Tonne. 

Kartoffelmarkt durch Corona belastet

Auf den Kartoffelmarkt habe insbesondere die Corona-Pandemie große Auswirkung gehabt. So sei die Saison durch einen Lagerbestand von nicht verarbeiteten Kartoffeln belastet gewesen, berichtet das BZL. Gerade der Lockdown in Europa und Deutschland habe der Gastronomie und Großverpflegungseinrichtungen stark geschadet. Dies habe auch die Haushaltsnachfrage nicht kompensieren können. "Mit einem Lagerbestand von 1,6 Millionen Tonnen waren ungünstige Voraussetzungen für die Saison 2021 gegeben", heißt es vom BZL. Der Mengendruck habe zudem zu einem Preis von 137 Euro pro Tonne geführt. Das sind 14 Prozent weniger als 2020. Der Produktionswert sei damit um 33 Prozent eingebrochen und liege bei 1,6 Milliarden Euro. 

Körnermais erreicht nicht den Vorjahreswert

Neben dem Kartoffelmarkt habe auch die Erzeugung von Körnermais nicht den Vorjahreswert erzielen können. Laut BZL werden für die Berechnung des Produktionswertes 3,6 Milliarden Tonnen berücksichtigt - also 19 Prozent weniger als 2020. Der Preis wird derzeit auf 223 Euro pro Tonne geschätzt, was einen Zuwachs von 32 Prozent im Vergleich zu 2020 bedeutet. Der Produktionswert wird auf 793 Euro geschätzt (plus sieben Prozent). Die Erntemenge bei Silomais sei bei den Futterpflanzen hingegen um 3,3 Prozent gestiegen. Grassilage habe sich um 20 Prozent aufgrund der guten Ernten verbilligt, Maissilage um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Heu habe mit 136 Euro pro Tonne das Preisniveau von 2020 halten können (2020: 143 Euro pro Tonne). Die Futterpflanzen würden damit einen Produktionswert von 4,3 Milliarden Euro erreichen. 

Tierische Produktion erreicht Vorjahresniveau nicht

Insgesamt werde die tierische Erzeugung 2021 einen Gesamtwert von 26,4 Milliarden Euro erzielen, so die ersten Schätzungen. Damit bleibe der Produktionswert um 1,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. "In der Tierproduktion wird bei einem um 1,7 Prozent niedrigeren Schlachtvolumen und rund 3,6 Prozent geringeren Schlachtviehpreisen mit geschätzten 13,7 Milliarden Euro das Vorjahresergebnis um 5,2 Prozent verfehlt", berichtet das BZL. Jedoch bei den Rindern werde die Produktionsmenge um 1,4 Prozent unterschritten. Hier liegt der Produktionswert bei 3,8 Milliarden Euro. Das BZL schätzt pro Tonne Schlachtgewicht einen Durchschnittspreis für Rinder (ohne Kälber) von 3.582 Euro. Das ist ein Plus von 13,5 Prozent. 

ASP und Corona sorgen für Probleme

Bei Schweinen gebe es allerdings zwei Faktoren, die zu einem deutlich schlechteren Ergebnis führen. Zum einen hätten unterschiedlichen Maßnahmen innerhalb von Europa gegen die Corona-Pandemie sowie Personalabgänge in Schlacht- und Zerlegebetrieben zu Schwierigkeiten geführt. Dies habe dazu geführt, dass die Schlachtkapazität zurückgegangen sein. Zum anderen behindere die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiterhin den Export nach Asien. Das BZL schätzt den Durchschnittspreis für 2021 auf 1,38 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das sind 14,4 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Das Schlachtvolumen werde etwa 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Im Bereich des Geflügels liege das Produktionsvolumen bei Minus 8,2 Prozent. "Der durchschnittliche Jahrespreis wird voraussichtlich konstant bleiben", berichtet das BZL. "Der Produktionswert fällt um 7,9 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro."

Die ganze Statistik ist beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) einsehbar. 

Mit Material von BMEL

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