In Uetze wurden innerhalb kurzer Zeit zwei Kälber in einer Mutterkuhherde vermutlich von Wölfen gerissen.

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Laura Schneider | am

Nach von der Leyens Pony: Wölfe töten zwei Kälber

Nach dem Riss des Ponys von Ursula von der Leyen gab es weitere Wolfsrisse in der Region Hannover. Diesmal traf es zwei Kälber.

Innerhalb kurzer Zeit haben Wölfe nun wohl schon das zweite Kalb von Bernd Wiedenroth aus Eltze in der Gemeinde Uetze (Region Hannover) gerissen. Erst in der Nacht vom 18. auf den 19. September war in seiner Mutterkuhherde ein Kalb vermutlich Wölfen zum Opfer gefallen. Es war fast vollständig aufgefressen. Am Mittwoch (28. September) fand Wiedenroth die Überreste eines weiteren Kalbes. Übrig waren auch hier nur der Kopf, ein Bein und einige Knochen.

Nur der Kopf, ein Bein und einige Knochen blieben von dem gerissenen Kalb übrig.

Beide gerissenen Kälber waren laut Wiedenroth acht bis neun Wochen alt und wogen 65 bis 70 kg. Er geht daher davon aus, dass mehrere Wölfe an dem Übergriff beteiligt waren – vielleicht sogar zehn bis 14.

„Es ist schlimm, das miterleben zu müssen“, erzählt der Nebenerwerbslandwirt im Gespräch mit der LAND & FORST. Nach dem ersten Übergriff sei er geschockt und völlig neben der Spur gewesen. Einige Nächte habe er sogar im Auto neben der Weide geschlafen, um weitere Angriffe zu verhindern. Die Kühe seien völlig verängstigt gewesen, dicht in der Herde zusammengeblieben und hätten sich in seiner Nähe aufgehalten.

Rinder sind Wölfen schutzlos ausgeliefert

Bernd Wiedenroth aus Uetze (Eltze) hält im Nebenerwerb Mutterkühe.

„Die Kühe sind alle genetisch hornlos, sie sind wehrlos. Wenn zehn oder zwölf Wölfe im Rudel angreifen, haben sie keine Chance – gerade, wenn ein Kalb etwas abseits liegt“, erklärt Wiedenroth.

Er hält im Nebenerwerb 19 Mutterkühe der Rasse Fleckvieh, die gemeinsam mit ihren Kälbern und einem Deckbulle fast ganzjährig auf der Weide stehen. Nur zum Abkalben holt er die Kühe in den Stall.

Die Weideflächen sind mit stromführenden Litzen umzäunt. Einen wolfsabweisenden Zaun dürfe er auf den Flächen nicht errichten, weil die Wiesen im Überschwemmungsgebiet der Fuhse liegen.

Zukunft der Mutterkuhhaltung ist ungewiss

Doch selbst wenn er die Genehmigung für den Bau eines Herdenschutzzaunes bekommen würde, geht Wiedenroth nicht davon aus, dass dieser weitere Risse verhindern könnte. „Wir haben inzwischen wahrscheinlich 30 bis 40 Wölfe im Burgdorfer Holz und ein Wolf braucht drei bis vier kg Fleisch am Tag. Die Wölfe haben Hunger und brauchen Futter – da wird sie ein Zaun nicht aufhalten“, ist er überzeugt.

Wenn die Wölfe nicht verschwinden, sieht er daher kaum eine Perspektive für seine Mutterkuhhaltung. Die verbliebenen zwölf Kälber hat er nun von der Weide geholt. Der Großteil von ihnen sowie auch ein Jungbulle werden am Samstag von einem Viehhändler abgeholt. Es bleibt allerdings die Sorge, dass die Wölfe die Mutterkühe angreifen, wenn keine Jungtiere mehr da sind.

Bereits vor wenigen Wochen hatte ein Wolfsriss in der Region Hannover für Schlagzeilen gesorgt. Bei Burgdorf wurde ein Pony von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gerissen. Möglicherweise ist in beiden Fällen das gleiche Rudel für die Risse verantwortlich. Das Ergebnis der genetischen Untersuchung steht noch aus.

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