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Laura Jans-Wenstrup, LWK Niedersachsen | am

Liquidität erhalten ist oberstes Ziel

Für Schweinehalter kommt es momentan knüppeldick. Das gilt für Ferkelerzeuger und Mäster. An den Erlösen kann der Einzelbetrieb kurzfristig nichts ändern. Liquidität und Kosten müssen auf den Prüfstand.

Sowohl die Ferkelerzeugung als auch die Schweinemast werden seit Jahrzehnten durch stark volatile Märkte mit immer wiederkehrenden Niedrigpreisphasen geprägt. Darauf sind die Erzeuger eingestellt. Doch aktuell kommt alles zusammen: Die Ferkel- und Schlachtschweinepreise sind so niedrig wie noch nie. Hinzu kommt die wachsende Kritik von Verbrauchern, die die Haltungsbedingungen der Schweineproduktion infrage stellen. Die Ketten des Lebensmitteleinzelhandels reagieren hierauf und versprechen den Verbrauchern zeitnah günstiges Fleisch aus Haltungen mit mehr Tierwohl. Die Finanzierung der dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten auf Seiten der Landwirte werden jedoch bislang nicht berücksichtigt. 

Auf die Ferkelerzeugungsbetriebe kommen allein aufgrund der geänderten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erhebliche Investitionen zu. Gerade in diesen schwierigen Zeiten müssen Betriebsleiter oder Betriebsleiterinnen die Liquidität des Unternehmens im Blick behalten, um weiterhin zahlungsfähig zu bleiben.

Regelmäßige Liquiditätsplanung

Der erste Schritt, sich einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Betriebes zu verschaffen, ist die Liquiditätsanalyse. Hierdurch werden Zeitpunkte, Höhen und Zwecke der zukünftigen Einnahmen und Ausgaben aufgelistet. So bekommen der Landwirt beziehungsweise die Landwirtin einen umfassenden Überblick über bevorstehende Zahlungsströme im Unternehmen. Dabei wird sowohl der betriebliche als auch der private Bereich analysiert. Vorab sollte ermittelt werden, wie viele unbezahlte Rechnungen noch ausstehen und wie hoch die Verbindlichkeiten im Betrieb sind. Die Erstellung einer Liquiditätsanalyse ist jedem Unternehmen als Steuerungsinstrument zu empfehlen, unabhängig davon, wie sich die aktuelle wirtschaftliche Lage darstellt. Unterstützung gibt es hier von der LWK Niedersachsen. 

Eigene offene Forderungen einholen

Sind noch Forderungen bei Geschäftspartnern offen, ist es sehr ratsam, diese Beträge zeitnah einzufordern. So kann die eigene betriebliche Liquidität verbessert werden. Ebenso ist nach vollbrachten Lieferungen und Leistungen auf eine unverzügliche Rechnungstellung zu achten und gleichzeitig auf eine pünktliche Bezahlung zu drängen. Um die Liquidität nicht weiter durch ausstehende Rechnungen zu strapazieren, können Absprachen über einen Aufschub des Zahlungsziels mit Handelspartnern vorgenommen werden. Das verschafft erst einmal Zeit. Mit Hilfe der Liquiditätsanalyse kann dann abgeschätzt werden, wann eine Zahlung der fälligen Rechnungsbeträge für den Betrieb sinnvoll ist.

Rücksprache mit dem Steuerberater halten

Die Jahresabschlüsse sowie Steuererklärungen für ein landwirtschaftliches Unternehmen werden zeitversetzt, das heißt bis zu einem Jahr nach Ablauf des Wirtschaftsjahres, erstellt. Dadurch können zusätzlich zu den fehlenden Erlösen Steuerzahlungen aus Vorjahren anfallen. Außerdem geht die Finanzverwaltung davon aus, dass im Folgejahr der gleiche Gewinn wie im Vorjahr erzielt wird. Das führt dazu, dass Steuervorauszahlungen in gleicher Höhe eingefordert werden, wie sie im Vorjahr entrichtet wurden. Sollte der Gewinn schlussendlich geringer sein, wird mit der Einreichung der Steuererklärung der entsprechende Betrag natürlich erstattet. Das dauert aber noch. 

Regelmäßige Gespräche mit der Hausbank über die wirtschaftliche Lage sind zusätzlich empfehlenswert. In liquiditätsschwachen Phasen, wie aktuell im Schweinebereich, kann die Möglichkeit einer Tilgungsaussetzung oder einer Umfinanzierung eine Lösung für den Betrieb sein.

Geplante Investitionen zunächst verschieben

Geplante Investitionen, die nicht zwingend notwendig sind, sollten momentan verschoben werden, bis die Marktlage beziehungsweise die eigene Liquidität es wieder erlaubt. Gerade die Finanzierung von Maschinen durch Hersteller, die oftmals Laufzeiten von nur vier bis fünf Jahren haben, können in schwierigen Zeiten zu Liquiditätsproblemen führen. Als kurzfristige Maßnahme zur Steigerung der Liquidität ist auch der Verkauf von nicht zwingend benötigtem Betriebsvermögen möglich. Der Verkauf von Fläche zur Liquiditätssteigerung sollte aber gründlich mit dem Steuerberater besprochen werden. Unnötige Steuerzahlungen sollten dabei nämlich möglichst vermieden werden.

Den ganzen Beitrag zur Liquiditätssicherung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der LAND & FORST 39/21. 

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