Milchprodukte sind hochwertige und gesunde Lebensmittel.

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Laura Schneider | am

Milch nicht nur in die Kühlschränke, sondern auch in die Köpfe bringen

Neue Standards und eine Kommunikationsstrategie sollen die Milchbranche in die Zukunft bringen. Doch wie weit sind wir auf diesem Weg?

Haltungsstandards und Labels sind auch in der Milchviehhaltung ein häufiges Diskussionsthema. Zu wenig diskutiert wird hingegen darüber, wie sich entsprechende Siegel und Label auch kommunizieren lassen, erklärte Food Blogger Hendrik Haase beim Fachforum Milch des Deutschen Bauernverbandes (DBV).

Den Weg zur erfolgreichen Branchenkommunikation sieht Hase in Emotionen: „Essen ist Emotion, Trinken ist Emotion – Milch ist ein emotionales Thema. Und dann muss noch ein Gesicht und eine Haltung dahinterstehen. Wir müssen unsere Geschichten so verpacken, dass wir die Leute mitnehmen auf eine Reise. Dann können wir auch wieder über Qualität sprechen.“ Verschiedene Startups für Ersatzprodukte würden genau das erfolgreich umsetzen, indem sie ihr Wertegerüst kommunizieren und die Leute mit ihrer Vision mitnehmen, sodass sie ihnen dann sogar biotechnologische Verfahren erklären könnten.

Kommunikation heißt auch Zuhören

Haase stimmte in der Diskussion mit Oliver Bartelt, Kommunikationschef des Deutschen Milchkontors (DMK), darin überein, dass auch Zuhören und Fragen beantworten zur Kommunikation gehört. Das sei in der Milchbranche in der Vergangenheit zu kurz gekommen.

Die Milch hat laut Bartelt immer noch ihre „fanbase“ mit über 80 Prozent der Deutschen, die jede Woche Molkereiprodukte kaufen. Man müsse es aber nicht nur in die Kühlschränke, sondern auch in die Köpfe der Menschen schaffen. Die größte Herausforderung sieht Bartelt darin, komplexe Sachverhalte einfach darzustellen und so auch Aspekte wie Nachhaltigkeit und Mehrwert der Milch zu platzieren.

Mit dem Anschieben der Branchenkommunikation sei ein wichtiger erster Schritt geschafft und nun ein Plan vorhanden, mit dem sich der weitere Weg gestalten lasse.

QM+ als erster Schritt

Für die bayerische Junglandwirtin und Milcherzeugerin Heike Röthenbacher und den Vizepräsidenten des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Klaus-Peter Lucht, muss noch mehr kommuniziert werden, wie gut die Milchviehhaltung in Deutschland aufgestellt ist und was sich auf den Betrieben schon getan hat. QM+ ist für Lucht dabei ein Schritt in die richtige Richtung. Kritisch sieht er allerdings, dass das Programm anfangs nur auf Trinkmilch abzielt.

Klaus Rufli, Projektleiter von QM-Milch, erläuterte, dass es mittlerweile eine Branchenvereinbarung mit dem Lebensmitteleinzelhandel gibt, in der dieser auch erklärt, dass die Molkereiprodukte möglichst vollständig auf QM+ umgestellt und gelabelt werden sollen. Außerdem wolle der Handel einen Tierwohlaufschlag für Vermarkter in Höhe von mindestens 1,2 Cent/kg Rohmilchäquivalent zahlen und die Mehrkosten auf Seiten der Molkereien angemessen berücksichtigen. Das Programm solle im April beginnen. Ein weiteres Ziel sei es, bis zum Sommer die Kriterien für QM++, also Haltungsform Stufe 3, auszuarbeiten.

Milchbauern sind bereit

DBV-Vizepräsident Karsten Schmal betonte zum Abschluss der Veranstaltung, dass der Umbau der Tierhaltung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und die abgestimmte Mitwirkung aller Beteiligten in der Kette erfordert.

Die Politik müsse dabei die Leitplanken setzen und die Entwicklungen unterstützen, nicht blockieren. „Wir Landwerte sind bereit, den Weg zu Standardsetzung und Haltungskennzeichnung mitzugehen, aber wir brauchen Planbarkeit, eine geregelte Finanzierung und es muss umsetzbar sein.“

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