Milchtankwagen
Ellen Hartmann | am

Milchbauern demonstrieren vor DMK in Bremen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hatte Milchbäuerinnen und Milchbauern vergangenen Freitag aufgerufen, gegen gestiegene Futter- und Energiekosten bei stagnierenden Milchpreisen zu protestieren. Auch vor dem Deutschen Milchkontor (DMK) haben sich Landwirte getroffen.

Die Demonstranten wollten vor diversen Molkerei-Betrieben sowie dem Deutschen Milchkontor (DMK) auf ihre Lage aufmerksam machen. Denn trotz steigender Kosten für Futter und Energie, seien die Erzeugerpreise nicht gestiegen. Und dass, obwohl die Weltmarktpreise seit Jahresbeginn gestiegen seien.

LsV rief zu Protest im Landkreis Rotenburg auf

Die Bewegung Land schafft Verbindung (LsV) hatte dazu aufgerufen, am Freitag (11. Juni) vor der Molkerei Elsdorf im Landkreis Rotenburg zu demonstrieren. "Wir fordern, auch im Sinne der Verbraucher: Wir brauchen eine ehrliche und klare Kennzeichnung des Ursprungslandes der verarbeiteten Rohstoffe und Zutaten", heißt es von LsV-Niedersachsen-Bremen. "Jeder sollte das Recht haben, zu erfahren woher seine Lebensmittel kommen." Auch in Bremen vor dem Gebäude des DMK hätten sich LsV-Vertreter getroffen, um mit dem Unternehmen über ein Herkunftskennzeichen von Milchprodukten zu sprechen. Doch ein Gespräch habe es nicht gegeben. "Es gab keine Gesprächsbereitschaft, wir sind sehr enttäuscht", so Dirk Koslowski (LsV) auf LAND&FORST-Anfrage. 

DMK sieht die Situation anders

Laut dem DMK sei der Standort für die Demonstration vor den Toren der Produktionsstätte unglücklich gewesen. "Man versammelt sich vor einem einzelnen Unternehmen, aber man kritisiert in Wahrheit die gesamte Branche", heißt es vom Unternehmen gegenüber der LAND&FORST. "Mit unseren Landwirten und Gremienvertretern sind wir dazu in einem regelmäßigen, geplanten Austausch." Zudem müsse berücksichtigt werden, dass der Auszahlungspreis "unter der betriebswirtschaftlichen Gleichung von Angebot und Nachfrage" durch die Preise bestimmt werde, "die wir als Molkereigenossenschaft an den Absatzmärkten (Handel, International, Industriekunden, Gastronomie) erwirtschaften können". 

Die Hauptadressaten seien Lebensmitteleinzelhandel und Verbraucher

Das Unternehmen merkt aber auch an: "Ja, die Preise für Milchprodukte in Deutschland entsprechen - ebenso übrigens wie die Preise der meisten anderen landwirtschaftlichen Produkte - bei weitem nicht ihrem eigentlichen Wert und sie honorieren auch bei weitem nicht in angemessener Weise die Arbeit und das Engagement der Landwirtinnen und Landwirte. Aber, die Hauptadressaten für eine berechtigte Kritik an dieser seit Jahrzehnten bestehenden, höchst unbefriedigenden Situation sind weniger die Molkereien - und auf keinen Fall eine genossenschaftlich organisierte Molkerei." Die Hauptadressaten seien, laut DMK, der Lebensmitteleinzelhandel und die Verbraucher. 

Mit Material von DMK, LsV und dpa
IMG-20210611-WA0039.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Wegweiser: Was bringt die Zukunft für die Landwirtschaft?
  • Wir haben uns mit Kurzschwanzmäusen beschäftigt
  • Lof-Anhänger: alles über das 25 km/h-Schild
  • Wie Wildfleisch erfolgreich vermarktet werden kann

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen