Meinung | Landwirtin Anita Lucassen | am

Milchmarkt: Über den Tellerrand hinausblicken

Bei kaum einem Thema in der Landwirtschaft driften die Meinungen so sehr auseinander, wie beim Milchmarkt. Das liegt vor allem an der Komplexität des Themas, sagt Anita Lucassen, Milchviehhalterin aus dem Kreis Cloppenburg.

Milchviehhalterin Anita Lucassen aus Elisabethfehn im Kreis Cloppenburg

Gründe sind zum einen die Milchprodukte selbst, die stark in ihrer Haltbarkeit und Lagerfähigkeit differieren. Dadurch herrschen für jedes Segment unterschiedliche Marktbedingungen.

Zum anderen sind es die sehr unterschiedlichen Produktionsbedingungen in den über ganz Deutschland verteilten Betrieben und Molkereien. So gibt es Milchbauern und Molkereien, für die eine verpflichtende Reduzierung der Milchmengen sinnvoll erscheint, die andere Seite sieht größere Chancen in der Lagerhaltung, damit die Produkte vermarktet werden können, wenn sich der Markt erholt.

Es gibt nicht eine Lösung für alle

So, wie nicht jede Molkerei und jeder Milchviehbetrieb über einen Kamm geschoren werden kann, so gibt es eben auch nicht die einzige ideale Lösung für alle. Leider geht über die Diskussion dieses Themas der Friede schnell verloren.

Um wie bei anderen landwirtschaftlichen Themen einen breiten Konsens zu erreichen, ist viel Toleranz und Kompromissbereitschaft gefragt – und der Wille, über den Tellerrand des eigenen Betriebs und der eigenen Molkerei hinweg zu sehen.

Hoffnung auf baldige Erholung

Die Politik muss ihrerseits auch dazu bereit sein, eine Vielfalt an Möglichkeiten zu unterstützen und nicht nur einem Weg den Vorzug zu geben, um allen eine gleichwertige Unterstützung zu ermöglichen.

Und nichtsdestotrotz wollen wir hoffen, dass sich die Märkte zeitnah wieder erholen, denn bei einer langfristig schwachen Weltwirtschaft wird es selbst mit unterstützenden Maßnahmen für viele Betriebe nach zwei Jahren Dürre, Mäuseschäden und weiteren Problemen eine sehr schwierige Zeit.

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