Ammerländer-Biomilch

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Dr. Olaf Zinke | am

Milchpreise steigen in neue Dimension – Biomilch-Preise fast eingeholt

Im Norden zahlen fast alle Molkereien jetzt mehr als 50 Cent. Die 60-Cent-Marke wird von einigen Molkereien nur noch knapp verfehlt. Der Abstand zu den Biomilchpreise schrumpft weiter. In Schleswig-Holstein sind nicht nur die konventionellen Preise am Höchsten sondern auch die für Biomilch.

Die Milchpreise lagen im Mai in zwei Bundesländern über 50 Cent je kg. In Schleswig-Holstein bekamen die Bauern im Schnitt 53,36 Cent je kg und damit nochmals 2,82 Cent mehr als im April. Zudem liegen die Milchpreise im äußersten Norden damit - als einzigem Bundesland - den zweiten Monat über magischen 50-Cent-Markt.

Ebenfalls mehr als 50 Cent wurden im Mai an die Milchbauern in Niedersachsen augezahlt. Dort stiegen die Preise im Mai sogar um 2,4 Cent auf 50,49 Cent. Mehr als 49 Cent bekamen Landwirte für ihre Milch im Mai in Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Bayern. In Sachsen lag der Aufschlag bei 1,79 Cent auf 49,54 Cent je kg. In Sachsen-Anhalt gab es im Mai 1,76 Cent mehr und im Schnitt 49,09 Cent. Besonders kräftig gestiegen sind die Milchpreise im Mai in Bayern, nämlich um 2,62 Cent auf 49,03 Cent.

In allen übrigen Ländern blieben die Milchpreise im Mai unter 49,0 Cent. Am niedrigsten war das Preisniveau in Hessen/Rheinlandpfalz mit 48,02 Cent und in Nordrhein-Westfalen mit 48,13 Cent.

Im Juni sind die Preise jedoch weiter kräftig gestiegen, wie der aktuelle Milchpreisspiegel von agrarheute zeigt. In Schleswig-Holstein verfehlt einige Molkereien nur noch knapp die 60-Cent-Marke. Insgesamt zahlen im Juni im Norden fast sämtliche Molkereien deutlich mehr als 50 Cent aus. Bei etwa sieben Molkereien bekommen die Milchbauern im Juni zwischen 57 und 58 Cent für ihre Milch.

Im Süden klettern die Auszahlungspreise im Juni bei mindestens fünf Molkereien über 50 Cent, im Westen sind es ebenfalls fünf und im Osten mindestens zwei.

Preise für Biomilch fast eingeholt – Höchstpreise für Bio im Norden

Auch die Biomilchpreise sind Mai weiter gestiegen. Das BLE weist im Bundesmittel einen Biomilchpreis von 55,20 Cent aus. Ein Plus von 0,86 Cent zum Mai und ein deutlich langsamer Preisanstieg als bei der konventionellen Milch. Die Differenz zwischen Biomilch und konventionell erzeugter Milch hat sich im Mai auf 5,61 Cent verringert von 7,14 Cent im Vormonat und 14,39 Cent im vorigen Jahr.

Interessanterweise sind auch die Biomilchpreise – so wie die konventionellen Preise – in Schleswig-Holstein mit 58,92 Cent am höchsten. Deutlich höher als etwa in Niedersachen mit 55,54 Cent, Hessen mit 55,45 Cent, Baden-Württemberg mit 55,46 Cent sowie in Bayern mit 54,87 Cent. Am wenigsten bekommen die Biobauern für ihre Milch in Nordrhein-Westfalen mit 53,40 Cent. Das ist etwa so viel wie die Landwirte in Schleswig-Holstein mit 53,36 Cent für ihre konventionelle Milch bekommen.

Einen großen Unterschied gibt es noch bei der aktuellen Marktlage im Biobereich zu den konventionell wirtschaftenden Kollegen. Die Milchanlieferungsmenge bei Biomilch war im Mai 3,5 % größer als im vorigen Jahr – während die konventionell wirtschaftend Milchbauern 2,6 % weniger Milch ablieferten. Auf die ersten fünf Monate des Jahres hochgerechnet ergibt sich für konventionelle Milch ein Rückgang der Produktion – trotz der rekordhohen Preise – von 2,4 % bzw. 311.000 Tonnen.

Bei Biomilch wächst die Produktion im geichen Zeitraum hingegen um 3,1 % oder 16.000 Tonnen auf insgesamt 553.000 Tonnen. Damit entspricht die Produktionsmenge von Biomilch etwa 4,2 % der ingesamt in Deutschland erzeugten Milchmenge: Die Hälfte der gesamten Biomilch wird in Bayern erzeugt, wo die Biomilchproduktion 2022 um satte 6,1 % zugenommen hat. Dieser sehr kräftige Produktionsanstieg dürfte den Preisanstieg zumindest bremsen.

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