Bei der Mitgliederversammlung der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen gingen verschiedene Redner auf die aktuellen Herausforderungen der Milchwirtschaft ein.

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Laura Schneider | am

Milchviehhalter können trotz stabiler Preise nicht aufatmen

Bei der LVN-Mitgliederversammlung ging es um Herausforderungen für die Milchwirtschaft durch Politik, Markt und Gesellschaft. Der kritischste Punkt ist nach wie vor die Finanzierung.

„Die Milchmenge in Niedersachsen befindet sich seit einigen Wochen auf einem Dreijahrestief, noch bevor der saisonale Tiefpunkt erreicht ist“, verdeutlichte Frank Feuerriegel, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) am Donnerstag (4.11.) bei der LVN-Mitgliederversammlung in Isernhagen, Region Hannover. Deutschland- und EU-weit sei die Entwicklung ähnlich und auch außerhalb der EU sei das Wachstum mittlerweile in vielen Regionen gedämpft.

Die Auszahlungspreise seien stabil mit steigender Tendenz. Feuerriegels Prognose für den durchschnittlichen Auszahlungspreis 2021 liegt bei 35,50 bis 35,70 Cent, also 3,5 Cent über dem Vorjahresniveau.

Das Problem: „Die Kosten laufen uns davon. Sie sind für Dünger, Futter und Energie stark gestiegen und zehren die höheren Erlöse fast auf. Und die höheren Standards auf dem heimischen Markt liefern keinen spürbaren Beitrag zur Wertschöpfung.“

 

Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit

Diese Standards betreffen unter anderem Nachhaltigkeit und Tierwohl. Vorstandsvorsitzender Jan Heusmann betonte, dass beim Tierwohl in den vergangenen Jahrzehnten viel passiert ist und Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz in der Milchbranche schon seit Jahren wichtige Themen sind.

Ein wichtiger Baustein sei das Projekt „Klimabilanz Milchviehbetriebe“. Mit einem neuen Tool sollen Landwirte ihren individuellen CO2-Fußabdruck ermitteln und mit einer Grundgesamtheit vergleichen können.

„Wir sind noch nicht am Ziel, aber die niedersächsische Milchwirtschaft ist bei vielen Fragestellungen schon lange auf dem Weg. Es fehlt vielmehr an Leitplanken, die sie ökonomisch in der Spur halten.“ Die Bewirtschaftung heimischer Flächen, die Verbesserung von Biodiversität und Haltung sowie die Nutzung der Potenziale zur CO2-Bindung seien nur mit einer wettbewerbsfähigen Milchwirtschaft möglich.

Deutsche Milchwirtschaft ist Weltmeister beim CO2-Fußabdruck

Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies betonte, dass auch bei manchen Milchviehbetrieben ein Umbau schwer möglich sei. Gerade die Betriebe in den Grünlandregionen drohten, durch die Vorgaben der GAP massiv benachteiligt zu werden. Die Pläne zum Moorschutz seien eine weitere Baustelle von enormer Dimension.

Hennies wies auf die Stärken der deutschen und niedersächsischen Milchwirtschaft hin: „Wir haben ein gutes Produkt und die Produktionsbedingungen sind im Grunde akzeptiert. Wir haben die weltweit effizienteste Milchproduktion und sind Weltmeister beim CO2-Fußabdruck. Wir wollen der Gesellschaft zeigen, wie wir die Herausforderungen der Zukunft lösen.“

Voraussetzungen dafür seien aber entsprechende Baugenehmigungen und eine faire Bezahlung. „Wenn wir das haben, sind die Perspektiven nicht schlecht.“

Ein ausführlicher Bericht zur Veranstaltung folgt in der LAND & FORST, Ausgabe 45/2021

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