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Patricia Lößner, LFA Mecklenburg-Vorpommern | am

Mobilställe: Das müssen Sie beim Auslaufmanagement beachten

Die Haltung von Legehennen in Mobilställen ist „in“, auch wenn es aktuell nicht mehr so viel Zuwachs gibt wie in den Vorjahren. Eine wichtige Frage dabei ist das Auslaufmanagement. Was ist dabei zu beachten?

Viele Verbraucher sehen die Auslaufhaltung von Legehennen als sehr tierwohlgerecht an, den Tieren steht viel Grünfläche zur Verfügung. Durch die höhere Wertschätzung lassen sich oftmals höhere Erlöse für die produzierten Lebensmittel erzielen. Wichtig ist auch bei der Mobilstallhaltung von Leghennen ein tierwohlgerechtes Auslaufmanagement. Wie das zu gestalten ist, beantwortete ein Online-Seminar im Rahmen des Netzwerkes Fokus Tierwohl, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Fläche: Eignung und Bedarf

Jutta van der Linde, Mobilstallexpertin der LWK Nordrhein-Westfalen und Beraterin des Bundesverbandes Mobile Geflügelhaltung, informierte als Erste zum Thema. Je Legehenne sollten zirka 15 qm Auslauffläche kalkuliert werden, um auf der Fläche eine solide Grasnarbe zu garantieren. Empfehlenswert ist, den Mobilstall im 14-tägigem Rhythmus zu versetzen und die von den Legehennen beim Scharren verursachten Löcher zu begradigen.

Danach benötigt der genutzte Auslauf ausreichend Zeit für die Regeneration und Wiederbegrünung, unter Umständen auch durch Nachsaat mit einer geeigneten Saatmischung. Sowohl der Flächenbedarf als auch die Flächeneignung sind wegen der starken Beanspruchung vor Anschaffung eines Mobilstalles zu überprüfen. Beides ist auch bei der Wahl eines geeigneten Mobilstalles mit einzubeziehen.

Gestaltung der Auslauffläche

Als zusätzliches Gestaltungselement für einen artgerechten Auslauf empfahl van der Linde Abdeckungen, durch die die Hennen schemenhaft den Himmel sehen können. Solchen Abdeckungen, etwa in Form einer Baustahlmatte, bespannt mit Windschutznetz – bezorzugen die Tiere gegenüber blickdichten Materialien.

Wenn vorhanden, nutzen Hennen häufig natürliche Gebüschstrukturen am Waldrand als Schutzmöglichkeit. Angepflanzte Walnuss-, Pappel- oder Miskantusreihen können den Tieren helfen, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Diese Reihenelemente schützen jedoch häufig nicht ausreichend vor Fuchs oder Habicht. Dadurch können sie auch zur Gefahrenquelle für die Legehennen werden.

Pflanzenbauliche Aspekte der Auslauffläche

Im zweiten Teil des Seminars ging es um pflanzenbauliche Aspekte, die bei der Gestaltung eines Auslaufes für Legehennen zu beachten sind. Andreas Titze, Mitarbeiter der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern, berichtete dabei über eigene Versuche.

In einem Betrieb mit 6.000 Legehennen in sechs Mobilställen auf einer Ackerfläche mit 45 Bodenpunkten wurden verschiedene Saatmischungen getestet. Mit einem Jahresniederschlag von 790 mm und einer Durchschnittstemperatur von 9,8 °C im Versuchsjahr 2017 bestanden für das Deutsche Weidelgras und den Weißklee besonders günstige Wachstumsbedingungen. Dadurch konnten sich diese Arten gut regenerieren und auch bei intensiver Nutzung Lücken schnell wieder schließen.

Bei einem Jahresniederschlag im Folgejahr von nur 360 mm und einer durchschnittlichen Temperatur von 10,8 °C war dagegen ein deutlicher Rückgang des Deutschen Weidelgrases zu beobachten und die Leguminosen verschwanden nahezu gänzlich aus dem Bestand.

Mit zunehmender Trockenheit nahmen Rohr- und Rotschwingel sowie auch Wiesenrispe höhere Anteile ein. Bei Wassermangel und/oder intensiver Nutzung mit kurzen Ruhezeiten erreichten deshalb die Mischungen mit hohen Anteilen Rohrschwingel oder Rotschwingel wesentlich höhere Deckungsgrade.

Agroforstsystem

Möglich ist auch ein Agroforstsystem, bei dem Hecken und Obstbäume auf dem gesamten verfügbaren Terrain angepflanzt und die Tiere damit auch in stallfernere Regionen gelockt werden. Diese Bewirtschaftungsart kann Probleme mit schwarzen Flächen durch starkes Picken und Scharren im stallnahen Bereich lösen, geht aber auch mit einem erhöhten Arbeitsaufwand einher. Er muss letztlich durch höhere Preise für die Eier ausgeglichen werden.

Zu erwähnen ist zudem, dass diese Bewirtschaftungsart nicht in jedem Bundesland erlaubt ist und sich interessierte Tierhalter vorab diesbezüglich mit den zuständigen Behörden oder Beratern auseinandersetzen sollten. 

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