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Jan-Gerd Ahlers | am

Neue Leitlinie in Niedersachsen regelt Haltung von Mastrindern

Niedersachsens neue Leitlinie für Mastrinder ist kein Gesetz, bindet aber Behörden in ihrem Handeln. Hier Details.

In der neuen Leitlinie zur Haltung von Mastrindern in Niedersachsen geht es um die Stallhaltung von Mastrindern ab dem siebten Lebensmonat einschließlich Mutterkühen. Die Vorgabe ist kein Gesetz. Trotzdem bindet sie die Behörden in ihrem Handeln:

  • Die Vorgaben für die Anbindehaltung entsprechen im Wesentlichen denen aus der niedersächsischen Milchkuh-Leitlinie.
  • Die Veterinärämter sind per Erlass angewiesen, diese in den nächsten zwei Jahren in den Betrieben zu prüfen.
  • Auch wenn die Anbindehaltung in Niedersachsen nicht verboten ist, so wird es dann problematisch, wenn haltungsbedingte Schäden an den Tieren offensichtlich sind.

Platzvorgabe bei Neu- und Umbauten

Zu beachten ist die Platzvorgabe bei Neu- und Umbauten von

  • mindestens 3,5 m² Gesamtfläche bei Endmastbullen (≥ 650 kg), davon mind. 2,5 m² Liegefläche.
  • In der Mittelmast (450 bis 649 kg) gelten mind. 3,0 m² Gesamtfläche/Tier, davon 2,0 m² Liegefläche.

Ruhe- und Aktivitätsbereich, keine Vollspaltenböden

Alle Tiere müssen gleichzeitig ungehindert liegen können und es soll einen Ruhe- und Aktivitätsbereich geben. Reine Vollspaltenböden werden bei Neu- und Umbauten nicht akzeptiert. Betonspaten sind weiter erlaubt, aber die Liegefläche muss entweder eingestreut oder mit einer Auflage (z.B. Gummimatten) versehen werden.

Mehr Platz und die Nachrüstung mit Gummiauflagen wird die Zahl der Mastplätze in Altbauten auf Dauer reduzieren. Das kann förderlich sein für Tierwohl und Leistung.

Umstallen oder Zusammenlegen der Buchten

Durch Umstallen oder auch Zusammenlegen der Buchten kann in bestehenden Altbauten eine Anpassung an die Vorgaben und damit Platzeinsparung erfolgen. 

In Altbauten ist ein Platzangebot von weniger als 2,7 m² Gesamtfläche pro Endmastbullen (≥650 kg LG) tierschutzfachlich nicht mehr vertretbar. Es muss nach spätestens zwei Jahren angepasst werden.

Altbauten sollen zu Laufstallhaltungen werden

Für Altbauten gilt, dass vorhandene Anbindehaltungen - bis zu einem bundeseinheitlichen Ausstieg - nach Möglichkeit in Laufstallhaltungen umgebaut werden sollten. Die Anbindehaltung kann bestehen bleiben, sofern keine haltungsbedingten Schäden an den Tieren festzustellen sind.

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