Tiertransport_Schwein
Christel Grommel | am

Neue Tierschutztransportverordnung tritt bald in Kraft

Ab dem 1. Januar 2022 gelten neue Vorgaben für inländische Tiertransporte. Welche Änderungen müssen jetzt beachtet werden?

Mit dem Jahreswechsel gelten in Deutschland neue Vorgaben für inländische Tiertransporte.

Ab dem 1. Januar gilt:

  • Die Beförderung zum Schlachthof darf bei einer Außentemperatur von mehr als 30 Grad nicht länger als 4,5 Stunden dauern.
  • Verstöße gegen die durch das europäische Recht vorgegebenen Temperaturanforderungen werden als Ordnungswidrigkeit auch bei Transporten zu einem Schlachtbetrieb von weniger als acht Stunden geahndet und mit Bußgeld bewehrt.
  • Verletzungen der Vorgaben zu Belüftung und Temperaturüberwachung von Straßentransportmitteln und der Transport von bestimmten transportunfähigen Tieren können ebenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
  • Das Mindestalter für den Kälbertransport wird von 14 auf 28 Tage angehoben. Hier gilt eine Übergangszeit von einem Jahr, danach ist der Transport von Kälbern innerhalb Deutschlands erst ab dem 28. Lebenstag erlaubt.

Nicht aufgenommen wurden Vorgaben zum Transport in tierschutzproblematische Drittstaaten.

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Vorgaben bedeuten Herausforderungen für Betriebe

Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnte vor erheblichen Marktverwerfungen und erwartet genehmigungsrechtliche Probleme durch die kurze Übergangsfrist. Nach Einschätzung des DBV sei es "völlig unrealistisch", innerhalb einer Übergangsfrist von einem Jahr von den zuständigen Stellen grünes Licht für rund 55.000 Änderungsanzeigen, Bau- oder Immissionsschutzgenehmigungen zu bekommen. Hinzu komme der Zeitbedarf für die Errichtung der neuen Plätze für die Kälber.

Die Tierschutzorganisation ProVieh begrüßte die Anhebung des Transportalters für Kälber, sah aber noch weiteren Verbesserungsbedarf. Ebenso wie der DBV wies die Organisation auf "ernstzunehmende Herausforderungen" für die Landwirte durch die neuen Vorgaben hin. Bundes- und Landespolitik müssten die Betriebe mitnehmen und praktikable Lösungen für Tierschutzprobleme erarbeiten. Sowohl genehmigungsrechtliche als auch finanzielle Mehrbelastungen müssten aufgefangen werden.

Mit Material von AgE
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