Blick in den Kuhstall
Janina Schuster | am

Neue Vorgaben für Rinderhalter: die SVLFG berät

Mit der Veröffentlichung der geänderten "Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Tierhaltung" (VSG 4.1) steigt der Bedarf an Beratungen, wie die neuen Anforderungen realisierbar werden. Experten der SVLFG helfen bei der Suche nach individuellen Lösungen.

Es wurden unter anderem die Vorgaben für den Bau und Betrieb von baulichen Einrichtungen in der Nutztierhaltung geändert. Ehemalige Empfehlungen zum Umgang mit Großvieh wurden nun als verbindlich eingestuft und somit konkreter gefasst. Rinderhalter müssen demnach Deckbullen in Milchviehställen getrennt von der Herde und in separaten Deckbullenbuchten halten. Es müssen zudem ausreichend Fixier- und Separiereinrichtungen vorhanden sein. Während der Besamung oder Behandlung dürfen sich in dem abgetrennten Bereich keine freilaufenden Tiere aufhalten.

Übergangsfrist gewährt Planungssicherheit

Einiger dieser neuen Vorschriften haben längst Anwendung in der Praxis gefunden, auch vor der Novellierung der VSG. So bei Stallneu und -umbauten. Es sind bewährte Maßnahmen für mehr Arbeitsschutz. Damit Unternehmen Planungssicherheit bekommen, gilt die Anwendung der neuen Anforderungen verbindlich ab dem 01. April 2024. Dies betrifft jedoch lediglich bereits bestehende Ställe. Bei Neubauten greifen die Regelungen schon jetzt.

Individuelle Lösungen sind machbar

"Greifen Sie ruhig auf einfache und kostengünstige technische Lösungen zurück, die zum Betrieb passen. Es ist notwendig, die individuellen Umstände im Betrieb bei der Umsetzung einzubeziehen", sagt Dr. Florian Heuser, Branchenreferent im Bereich Landwirtschaft der SVLFG. Er appelliert an Landwirte und Landwirtinnen sich beraten zu lassen. Denn für viele Probleme gibt es individuelle Lösungen. So gibt es für eine Separationsbucht Optionen, die wenig Platz brauchen und auch noch nachträglich eingebaut werden können. Gleiches gilt für Tore und Gatter, die sich mit einem überschaubaren Aufwand nachrüsten ließen und damit die benötigten Bereiche schaffen könnten.

Beratungen vor Ort und Seminare als Angebot

Die Experten der SVLFG beraten Mitgliedsbetriebe auch vor Ort. "Für jeden Betrieb gibt es passende, bezahlbare Lösungen. Zum Beispiel Im Rahmen einer kostenlosen persönlichen Bauberatung helfen wir dabei, diese gemeinsam mit dem Unternehmer zu finden", erläutert Dr. Heuser weiter. Die Versicherung bietet außerdem die Teilnahme an Seminaren an, die sich mit der sicheren Rinderhaltung beschäftigen und auch die neuen Regelungen thematisieren.

Nach Angaben der SVFLG ist die Tierhaltung ein Unfallschwerpunkt in der Landwirtschaft. Im letzten Jahr ereigneten sich 14.781 meldepflichtige Arbeitsunfälle im Umgang mit Tieren. Davon endeten 15 tödlich.

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