Wolf im Wald

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Christel Grommel | am

Neue Wolfsverordnung soll Abschüsse erleichtern

In Niedersachsen steigt die Zahl der Wölfe. Die neue Wolfsverordnung soll nun den Abschuss von Problemwölfen nach standardisiertem Verfahren erleichtern.

Die Wölfe in Niedersachsen haben für Streit gesorgt - mit der neuen Wolfsverordnung will Umweltminister Lies jetzt Rahmenbedingungen schaffen, um die Weidetierhaltung zu schützen. 

Dazu soll es unkomplizierter möglich sein, Problemwölfe abzuschießen. Etwa ein Dutzend der ca. 350 Wölfe in Niedersachsen gehören in diese Kategorie.

Lies äußerte sich auch zu den umstrittenen Schutzzäunen. "Zäune entfalten nur eine begrenzte Wirkung und wenn ich Weidetierhaltung will, kann ich nicht das ganze Land einzäunen." Abgesehen von den immensen Kosten müsse man auch angesichts der weiter wachsenden Population des Wolfes in die Lage kommen, mit anderen Maßnahmen zu handeln. "Wenn erwachsene Rinder oder Pferde sich nicht mehr selber schützen können, ist nicht der Zaun das Problem, dann ist auch der Wolf das Problem."

 

Abschuss nach festgelegten Kriterien

Mit der neuen Verordnung soll es möglich sein, ohne eine auf jeden Einzelfall zugeschnittene Ausnahmegenehmigung Wölfe abzuschießen. Hier soll nach einem standardisierten Verfahren vorgegangen werden. 

"Unser Ziel ist, dass es natürlich leichter wird als jetzt", so Lies. Wenn ein Wolf die für eine bestimmte Region definierte Kategorie von Herdenschutz überwindet und Weidetiere angreift, ist damit nach festgelegten Kriterien die Grundbedingung für eine Ausnahme erfüllt. "Und da hoffen wir natürlich, dass wir mit der Verordnung schneller auch in der Lage sind, das, was wir dann entscheiden, auch umzusetzen."

Landvolk-Vizepräsident Ehlers hofft dies ebenfalls. Die Hoffnung sei, dass die neue Wolfsverordnung nicht nur ein Stück Papier bleibe, sondern ermögliche, tatsächlich den Wolf zu entnehmen, der einen Schaden verursacht hat. "Das glaube ich, ist unser gemeinsames Ziel." Ehlers ist wegen der hohen Zahl der Wolfsrisse besorgt und spricht sich für eine Bestandsregulierung aus. Dafür müsse der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden, wenn der sogenannte günstige Erhaltungszustand festgestellt wird, das heißt wenn der Wolf wieder als langfristig lebensfähig in Deutschland eingestuft wird.

Ehlers ist ebenso wie Lies an einer Obergrenze für Wölfe gelegen. Die ins Spiel gebrachte Zahl von 500 Wölfen sei ihm zu hoch - er erwarte von der Politik ein klares Konzept zur Bestandsregulierung.

Mit Material von dpa

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