Sau mit Ferkeln im Abferkelstall
Anne-Maria Revermann | am

Niederlande: Viele Schweinehalter hören auf

Die niederländische Regierung finanziert Landwirten den Ausstieg aus der Schweinehaltung. Es gebe zu viele Höfe und Tiere. Aus Schweineställen werden zum Beispiel Pflegeeinrichtungen.

In den Niederlanden gebe es zu viele Höfe und Tiere - das drücke auf die Umweltbilanz. Die niederländische Regierung hat deshalb 180 Millionen Euro für ein Ausstiegsprogramm veranschlagt. Eine Summe, die niederländischer Landwirte animieren soll, aus der Schweinehaltung auszusteigen.

Das Angebot richte sich vor allem an Bauern in den ländlichen Regionen im Osten des Landes, da hier die Dichte an Höfen und Tieren besonders hoch sei. Aufgrund der hohen Nachfrage muss diese Summe nun wohl aufgestockt werden. Denn statt der erwarteten 300 Betriebe hätten sich mehr als 500 gemeldet, wie DutchNews.nl berichtet.

Vom Schweinestall zur Pflegeeinrichtung

Aus einem Bericht der Tagesschau geht hervor, wie das Ausstiegsprogramm der niederländischen Regierung konkret aussieht und was es für teilnehmende Schweinehalter bedeutet.

Ein Beispiel wird hier Familie Reijrink aus der Nähe von Tilburg genannt. Sie beteiligt sich am besagten Ausstiegsprogramm. Erst vor acht Jahren haben die Reijrinks für ihre 2.000 Schweine einen Stall gebaut. Doch schon bald wird es diesen wohl nicht mehr geben.

Stattdessen machen sie aus ihrem Schweinestall eine Pflegeeinrichtung für Senioren und hilfsbedürftige Menschen - einen "zorgboerderij": einen Pflege-Bauernhof. Noch in diesem Jahr wollen sie mit dem Abriss und Neubau beginnen. Sie sind zuversichtlich, dass sie eine Zusage der Regierung bekommen.

Dazu wird ein großes Gebäude mit 60 Appartments für eine ganzheitliche Pflege gebaut. Die Reijrinks rechnen mit etwa 700.000 Euro an Ausgleichszahlungen, die sie dann in den Umbau zur Pflegeeinrichtung investieren wollen.

Regierung macht Bauern ein konkretes Angebot

Doch welcher Schweinehalter kommt für das Programm der niederländische Regierung infrage und wie bemisst sich die Höhe der Ausgleichszahlungen, die Bauern dann erhalten? Das sei nach Angaben der Tagesschau unter anderem abhängig von der Anzahl an Tieren und vom Alter der Ställe. Der Staat mache dann ein konkretes Angebot für eine Ausgleichszahlung, die Landwirte bekommen, wenn sie ihren Betrieb aufgeben.

Der Landwirt entscheidet, ob er das Angebot annimmt oder ablehnt. Danach fließe der erste Vorschuss und Anfang nächsten Jahres müsse der Hof dann geräumt sein. Denn das sei die Voraussetzung, dass der Betrieb wirklich aufhöre.

Mit Material von tagesschau.de, Nieuwe Oogst, DutchNews.nl, bloomberg.com

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