Schweine in einem Stall - ohne kupierte Schwänze.

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Ellen Hartmann | am

Niedersachsen fordert Maßnahmenpläne zum Kupierverzicht

Die niedersächsischen Kreisveterinärämter sollen bei den Schweinehalterinnen und Schweinehaltern Maßnahmenpläne zur Vermeidung von Schwanzbeißen einfordern. Das verlangt die Landesregierung jetzt.

Vor rund zwei Jahren wurde in Deutschland der Nationale Aktionsplan Kupierverzicht ins Leben gerufen, damit in Deutschland immer weniger Schweine kupiert werden. Dabei sehen den Tierhaltern, laut der Interessengemeinschaft der Schweinhalter Deutschlands e.V. (ISN), verschiedene Optionen vorgestellt worden, um sich an das Thema heranzutasten. 

Frist geht bis zum 1. Oktober

Entscheidet sich ein Betrieb jedoch dafür, weiterhin die Schwänze von Schweinen zu kupieren oder Tiere mit kupierten Schwänzen zu halten, muss die Unerlässlichkeit des Kupierens mittels Risikoanalysen und Statuserhebungen nachgewiesen werden. Im Aktionsplan wurde zudem auch festgelegt, dass den zuständigen Behörden nach zwei Jahren ein Maßnahmenplan vom jeweiligen Betrieb vorgelegt werden müsse, wenn in dieser Zeit im Betrieb das Kupieren beispielsweise wegen Schwanzbeißen notwendig sei. Jetzt hat die niedersächsische Landesregierung die Kreisveterinärämter dazu angehalten, bis zum 1. Oktober Maßnahmenpläne bei den Schweinhaltern einzufordern. 

Das soll in den Plänen erfasst werden:

Betriebe sind verpflichtet einen Maßnahmenplan einzureichen, wenn trotz Risikoanalyse in ihrem Stall weiterhin mehr als zwei Prozent der Schweine Schwanz- oder Ohrenverletzungen besitzen. Orientieren können sich die Halter bei der Erstellung der Pläne an zwei Mustermaßnahmenplänen - einer Kurz- und einer Langversion - sowie einer Tabelle mit entsprechenden Beispielmaßnahmen. So sollen die Halter die Entwicklung des Schwanzbeißens in ihrem Betrieb in den vergangenen zwei Jahren, die entsprechenden Maßnahmen sowie deren Bewertung auflisten. Zusätzlich muss deutlich werden, was der Betrieb zur Minimierung des Schwanzbeißens in den kommenden zwölf Monaten unternehmen will. 

"Für Betriebe, die seit Juli 2020 weniger als zwei Prozent Verletzungen erfasst haben und in der Tierhaltererklärung 2021 als 2b (Unerlässlichkeit im Fremdbetrieb) oder 3 (unkupierte Teilgruppe) eingestuft sind, ist das Erstellen des kompletten Maßnahmenplans nicht verpflichtend", heißt es von der ISN. Auch von den anderen Bundesländern werde jetzt ein ähnliches Vorgehen erwartet. 

Mit Material von ISN
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