Schweine im Stall

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Ulrich Graf | am

Niedrigster Schweinebestand seit deutscher Vereinigung

Seit der Wiedervereinigung ist der Schweinebestand um 28 % gesunken. Allein im Vergleich zum letzten Jahr schrumpfte der Bestand um 9,8 %.

Was viele Akteure aus dem Umweltsektor fordern, nämlich die Reduzierung der Tierbestände, ist an sich längst im Gange. Im Schweinebereich vollzieht sich der Wandel sogar in einem rasanten Tempo.

Zum Stichtag 3. Mai 2022 wurden nach vorläufigen Ergebnissen in Deutschland 22,3 Millionen Schweine gehalten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist das der niedrigste Schweinebestand seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Damals wurden noch 30,8 Millionen Schweine gehalten. Verglichen mit dem Vorjahreswert vom 3. Mai 2021 ist der Bestand allein bereits um 9,8 % oder 2,42 Millionen Tiere zurückgegangen. Dies ist der dritte deutliche Rückgang in Folge.

Minus in allen Kategorien

Gegenüber der Viehbestandserhebung zum Stichtag 3. November 2021 sank die Zahl der Schweine um 6,2 % oder 1,48 Millionen Tiere.

Für die einzelnen Tierkategorien der Schweinehaltung ergibt sich folgendes Bild: Zum Stichtag 3. Mai 2022 wurden 10,3 Millionen Mastschweine in Deutschland gehalten, das waren 6,7 % beziehungsweise 735.800 Tiere weniger als ein halbes Jahr zuvor. Auch die Zahl der Jungschweine bis unter 50 Kilogramm Lebendgewicht ging deutlich um 10,1 % (423.000 Tiere) auf 3,8 Millionen Tiere zurück. Die Zahl der Zuchtsauen verringerte sich im Vergleich zu November 2021 um 6,2 % beziehungsweise 98.700 auf 1,5 Millionen Tiere.

Jahresrückblick: Minus bei Schweinen höher als bei Betrieben

Die Behauptung, dass die pro Betriebe gehaltenen Tiere immer mehr würden und damit den Rückgang bei den Betriebszahlen überkompensieren würden, trifft auf die jüngere Entwicklung nicht mehr zu.

Neben den Beständen war zwar auch die Zahl der schweinehaltenden Betriebe rückläufig. Zum 3. Mai 2022 gab es 17.900 schweinehaltende Betriebe. Das waren 5,2 % oder 1.000 Betriebe weniger als noch im November 2021.

Im Vergleich zum Vorjahr lag der Rückgang der schweinehaltenden Betriebe aber mit 9,6 % (1.900 Betriebe) unter dem der Bestandsentwicklung. Der deutsche Schweinebestand ging damit im vergangenen Halbjahr prozentual stärker zurück als die Zahl der Betriebe.

Zehnjahresvergleich: Minus 41 % bei den Betrieben

Auch der Zehnjahresvergleich zeigt die abnehmenden Tendenzen bei den gehaltenen Schweinen und Betrieben: Die Zahl der Schweine sank seit 2012 um 20,8 % oder 5,8 Millionen Tiere, während die Zahl der Betriebe sogar um 41,0 % (12.400 Betriebe) abnahm.

Für den Zehnjahreszeitraum gilt damit die frühere Annahme von wachsenden Betrieben noch, da die Zahl der Betriebe stärker abnahm als die Zahl der gehaltenen Schweine. Dadurch erhöhte sich der durchschnittliche Schweinebestand in den vergangenen zehn Jahren von 929 auf 1.248 Schweine je Betrieb.

Wirtschaftliche Lage bleibt schwierig

Somit ist sowohl die Anzahl der schweinehaltenden Betriebe als auch die Zahl der gehaltenen Schweine stark zurückgegangen. Trotz der zuletzt deutlich gestiegenen Preise für Schlachtschweine bleibt die wirtschaftliche Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe unter anderem aufgrund von gesteigerten Energie-, Düngemittel- und Futtermittelkosten und damit höheren Produktionskosten weiterhin schwierig.

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