Ferkel im Stall
Christel Grommel | am

NRW erwägt Hilfen für Schweinehalter

Es gibt einen "Schweine-Stau" aufgrund der Ereignisse bei Tönnies. Nun will Nordrhein-Westfalen die Lage prüfen und eventuell Hilfen für die Erzeuger leisten.

Nächste Woche müsse geprüft werden, wie kritisch die Lage sei und ob eine Unterstützung des Landes nötig werde. Die Größenordnung sei noch nicht klar. 

Da Tönnies seinen Betrieb zunächst wieder aufnehmen kann, wird sich der Stau wieder auflösen. Der finanzielle Schaden für die Schweinehalter ist jedoch hoch. 

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser warnte: "Aber man muss sich klar sein: Es wird kein Schlachtbetrieb in absehbarer Zukunft auf 100 Prozent laufen. Das geht aus Gesundheitsschutzgründen nicht."

Als Konsequenz aus den Geschehnissen müsse darüber nachgedacht werden, wie der Schlachtbetrieb stärker regionalisiert werden könnte, "damit nicht die Abhängigkeit von einzelnen Betrieben so groß ist, wie sie zur Zeit ist".

Schweine-Stau lässt VEZG-Notierung einbrechen

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) musste am vergangenen Mittwoch (8. Juli) aufgrund des übergroßen Angebots und dem Preisdruck von Schlachtbetrieben ihre Leitnotierung für Schlachtschweine um 13 Cent auf 1,47 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) senken. Das war der stärkste Rückgang seit Januar 2011.

Innerhalb von zwei Wochen ist die Notierung insgesamt um 19 Cent/kg SG abgesackt. Dem Vernehmen nach könnte sie sich in dieser Woche jedoch wieder stabilisieren.

In anderen Ländern der Europäischen Union machen sich die Absatzschwierigkeiten am deutschen Lebendmarkt ebenfalls bemerkbar. Aus Belgien und den Niederlanden gelangen kaum noch Tiere nach Deutschland; die Erzeugerpreise stehen dort ebenfalls unter starkem Druck. In Belgien mussten die Mäster in den vergangenen drei Wochen einen Abschlag von insgesamt 17 Cent/kg Lebendgewicht (LG) verkraften. In Österreich sprach der Verband landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten (VLV) davon, dass eine "Druckwelle aus Deutschland Europa überschwemmt". Vom Schlachtschwein bis zum Verarbeitungsfleisch müsste um jeden Preis verkauft werden, was europaweit Druck auslöse.

Laumann beharrt auf Konsequenzen

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister besteht weiterhin auf Konsequenzen für Tönnies. 

Werkverträge über Subunternehmer seien der Grund für den Ausbruch gewesen. "Für mich ist völlig klar, die Werkverträge in der Fleischindustrie müssen verboten werden", betonte er noch einmal. 

Laumann geht davon aus, dass Tönnies keinen Regress für die vierwöchige Zwangspause geltend machen kann. Denn der Betrieb sei nicht nur aus Gründen des Infektionsschutzes geschlossen worden, sondern "ordnungsbehördlich". Der Minister wurde deutlich: "Sie können sicher sein, dass die Behörden in Nordrhein-Westfalen freiwillig keinen Cent an Tönnies bezahlen werden."

Auch die Testungen ihrer Mitarbeiter müssten Großbetriebe in der Fleischindustrie selber zahlen, ebenso wie ständige Kontrollen in den Schlachhöfen durch die Behörden.

Mit Material von dpa, VEZG

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