Ökologische Landwirtschaft, Ebermast

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Anne-Maria Revermann | am

Ökolandbau: Improvac gegen Ebergeruch künftig nicht mehr zulässig

Die "Impfung" mit Improvac gegen Ebergeruch soll im Ökolandbau künftig nicht mehr zulässig sein.

Ökoschweinehalter sollen künftig nicht mehr Eber gegen den sogenannten Ebergeruch impfen dürfen. Somit stünde die Immunisierung mit Improvac im Ökolandbau vor dem Aus, wie das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt berichtet. Wie der Ausstieg aus der Impfung gegen Ebergeruch im deutschen Ökolandbau aussehen könnte, bleibt unklar.

Die Entscheidung sei von der Ländergemeinschaft Ökologischer Landbau (LÖK) getroffen worden. Damit folgt die LÖK der Rechtsauffassung der EU-Kommission. In einem Schreiben stuft Brüssel Improvac als "hormonähnliche Substanz" ein, der Einsatz im Ökolandbau nicht zulässig und mit diesem nicht vereinbar.

Die Kommission hatte jedoch vermerkt, dass ihre Auffassung und Einschätzung nicht rechtsbindend sei. Die endgültige Auslegung obliege den Mitgliedstaaten.

Deutscher Tierschutzbund kritisiert Verbot

Der Deutsche Tierschutzbund hingegen, der sich für diese tierschutzgerechte Methode als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration ausspricht, kritisiert die Entscheidung des LÖK scharf.

„Für die ökologische Landwirtschaft wird immer wieder in Anspruch genommen, dass sie einem besonders hohen Tierschutzstandard gerecht wird. Ausgerechnet hier soll nun offenbar eine Methode untersagt werden, welche auf Amputationen verzichtet und aus Tierschutzsicht, neben der Ebermast, eine wichtige Alternative darstellt. Dieses Vorgehen ist für uns absolut unverständlich und inakzeptabel. Wir werden uns daher erneut an die Ländervertreter wenden und unseren scharfen Protest äußern“, äußert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, seinen Unmut.

 

 

Entscheidung schafft Unsicherheit

Noch 2010 hatte die LÖK selbst ausführlich über den Einsatz von Improvac und die Kompatibilität mit den Rechtsvorschriften im Ökolandbau diskutiert und in ihrem Protokoll vom 9. März 2010 festgehalten, dass die Improvac-Impfung für den Ökolandbau zulässig sei.

„Die Fakten haben sich seitdem nicht geändert. Angesichts der Frist zur Beendigung der betäubungslosen Ferkelkastration Anfang 2021 sendet die LÖK jetzt auf einmal ein völlig falsches Signal und schafft unnötige Unsicherheit. Impfungen werden auch anderweitig in der Bio-Landwirtschaft eingesetzt – es gibt keinen Grund, warum sie nicht auch in diesem Bereich zugänglich bleiben sollten“, so Schröder.

 

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