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Christel Grommel | am

Osnabrück: Regionales Stallbaupapier hilft beim Tierwohl

Dem Tierwohl steht beim Stallumbau oft der Naturschutz im Weg. Im Landkreis Osnabrück hilft eine Initiative.

Naturschutz versus Tierwohl: Eine deutschlandweit einmalige Initiative soll das Problem hoher Hürden bei der Genehmigung von Stallbauten lösen. Wollen Landwirtinnen und Landwirte ihre Ställe für mehr Tierwohl umbauen, gibt es eine Vielzahl von nicht abschließend geklärten Rechts- und Fachfragen, unter anderem hinsichtlich der Umweltauswirkungen, und hier insbesondere der Stickstoffimmissionen. Das führt häufig zu Widersprüchen und in deren Folge zu langwierigen und im Ergebnis offenen Gerichtsverfahren.

Lokal aktiv geworden

Seit dem vergangenen Herbst verhandelten der Landkreis, das Landvolk Melle, das Osnabrücker Umweltforum, der Hauptverband des Osnabrücker Landvolks und die Landwirtschaftskammer über eine Lösung für das Stickstoff-Problem. Im Regionalen Stallbaupapier wurde diese gefunden. Dabei wird ein Stallbauvorhaben in einem größeren Kontext betrachtet. So wurden vier Möglichkeiten gefunden, wie ein tiergerechter Umbau genehmigt werden kann:

  • Durch Ausgleichsmaßnahmen anderer Betriebe (z.B. Tierzahlreduzierung, Außerbetriebnahme oder andere immissionsreduzierende Maßnahmen) bleiben die Immissionen gleich.
  • Die Stickstoffeinträge werden mithilfe von Emissionsreduzierungen durch eine veränderte Flächenbewirtschaftung (z.B. Verzicht auf Gülleausbringung oder immissionsreduzierende Gülleausbringung) kompensiert.
  • Die negativen Auswirkungen auf die betroffenen Biotope werden durch geeignete Managementmaßnahmen auf diesen Flächen ausbleiben beziehungsweise ausgeglichen.
  • Für das von den Immissionen betroffene Biotop wird an anderer Stelle ein gleichwertiges Biotop angelegt.

Das Stallbaupapier darf keine Anwendung auf Bauvorhaben in Natura-2000-Gebieten sowie in einem Radius von zwei Kilometern um diese Schutzgebiete herum finden.

Eins von vielen Problemen gelöst

Das Stallbaupapier löst nicht alle der massiven Probleme, vor denen die Schweinehalter gerade stehen. Aber es löst eines der Hindernisse und zeigt auf, dass es Mitgestaltungsmöglichkeiten gibt. Ludger Bernhold von der Bezirksstelle Osnabrück der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellt fest: „Für die Landwirte bedeutet das Papier eine größere Planungssicherheit“.

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