Wolfssichtungen häufen sich in Niedersachsen. Nun wurde ein Tier nur wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt in Pye entdeckt.

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Ellen Hartmann | am

Osnabrück: Wolf hundert Meter von Wohnhäusern entfernt gesichtet

Derzeit häufen sich die Wolfssichtungen in Niedersachsen. Erst vergangene Woche wurde ein Wolf bei Preußisch Oldendorf entdeckt, nun im Osnabrücker Stadtteil Pye. Das Tier soll nur wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt über ein Feld gelaufen sein.

Immer wieder häufen sich Meldungen von Wolfssichtungen bei uns in Niedersachsen. Erst vergangenen Donnerstag (3. März) wurde ein Wolf in Preußisch Oldendorf bei Getmold identifiziert. Vor wenigen Wochen lief sogar ein Wolf durch den Garten einer Anwohnerin aus Belm bei Osnabrück. Ungewöhnlich sind diese Sichtungen aber nicht. Nach Angaben von Dr. Marcel Holy, Umweltwissenschaftlicher Mitarbeiter der Naturschutzstation Hüde, halten sich nämlich mehrere Wölfe zwischen den Kreisen Diepholz, Osnabrück und Minden-Lübbecke auf.

Wolf nähert sich Wohnhäusern in Pye

Im aktuellen Fall aus Pye zeigt eine Video-Aufnahme das Tier, wie es sich auf einem Feld in der Nähe von Wohnhäusern aufhält. Eine weitere Sequenz zeigt zudem einen Wolf, der durch einen Wald läuft. Diese Aufnahme soll jedoch bereits ein paar Tage alt sein, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). "Diese Aufnahmen kennen wir, sie sind aus vertrauenswürdiger Quelle, und es handelt sich dabei wirklich um einen Wolf", so Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann gegenüber der NOZ. Derzeit lasse sich nicht sagen, ob das Tier neu in der Umgebung sei. Doch in den vergangenen Monaten habe es diverse Sichtungen gegeben - dabei seien bis zu drei Wölfe gemeinsam unterwegs gewesen. 

Vergangenen Donnerstag (3. März) wurde in Preußisch Oldendorf bei Bad Essen ein Wolf entdeckt. Sichtungen gibt es hier immer öfter

Der Wolf überrascht immer wieder

"Es ist schon verwunderlich, dass die Wölfe sich so hartnäckig in diesem städtischen Gebiet halten", wundert sich Meyer Lührmann. Denn eigentlich sei dieses Gebiet als Jagdrevier hinsichtlich des Nahrungsangebotes eher ungeeignet. "Der Wolf überrascht uns immer wieder. Möglicherweise wird er auch bleiben." laut dem Experten handele es sich bei den Sichtungen um Jungwölfe: "Wenn die Wolfsfähe Junge bekommt, stößt sie ihren Wurf vom vorigen Jahr ab. Diese Jungwölfe wissen dann erst einmal nicht, was los ist und ziehen alleine oder in kleineren Gruppen los."

Rudelbildung kann zu ernsthaften Problemen führen

Laut dem Kreisjägermeister könnte eine Rudelbildung dabei ernsthafte Probleme auslösen. Die Jagddynamik könnte sich in diesem Fall verändern und die Zahl der Nutz- und Wildtierrisse steigen lassen. Anzeichen gebe es hierfür derzeit aber nicht. Allerdings seien erst vor kurzem im Stadtgebiet von Osnabrück mehrere Schafe gerissen worden. Nach einem Wolfsangriff seien drei Tiere in Lüstringen gestorben. "Ob es wieder dieselben Wölfe waren, wissen wir nicht. Das wird derzeit gentechnisch untersucht", sagt Meyer Lührmann. 

Mit Material von NOZ
Wolf_Waldmonitoring

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