Der Blauhalsstrauß fühlt sich wohl bei Johannes Herzog in Damme.
Margot Bischof | am

Osnabrücker Land: Beim Blauhalsstrauß brütet auch der Hahn

2,50 Meter groß, bis zu 70 km/h schnell und Hähne brüten - so ein Blauhalsstrauß ist ein Superlativ. Eine Annäherung an die flugunfähigen Vögel auf der Straußenfarm von Johannes Herzog in Damme.

Als für Johannes Herzog der 65. Geburtstag näher rückte, suchte er nach einer neuen Beschäftigung im Rentnerleben. "Ich wollte noch einmal etwas anderes machen", erzählt er. Neben dem Gaststättenbetrieb hatte die Familie früher auf dem Hof auch etwas Vieh gehalten.

Schon damals interessierte sich der heute 74-Jährige für die Geflügelhaltung und machte eine Ausbildung zum Landwirt auf einer Hühnerfarm. "Weil die Hofstelle der Familie zu klein war, wurde sie aber in den Siebzigern aufgegeben", erinnert sich Herzog. Doch im Rentenalter war nun für ihn die Zeit gekommen, daran anzuknüpfen. Warum er sich für die mächtigen Vögel entschieden hat? "Man muss im Leben keine Angst haben", so seine Antwort. "Pferde und Bullen können auch gefährlich."

Jedes Jahr gibt es Straußen-Nachwuchs

Auf die Haltung der Strauße hat sich Johannes Herzog gut vorbereitet und Fachlektüre "vorwärts und rückwärts gelesen". "Die Vögel können schnell laufen und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h." Für das Grundfutter wurde ein Stück Land mit Gras angesät. Ein überdachter Legeplatz befindet sich neben einem kleinen Stall. So zogen vor neun Jahren ein Zuchtstamm mit vier Tieren von einem Züchter aus Kevelaer (NRW) in Damme ein. Seitdem sorgen der Blauhalsstrauß Paul mit den Hennen Anna, Aphrodite und Cleopatra jedes Jahr für ordentlich Nachwuchs.

Frischer Fleisch- und Eierverkauf ab Hof

Frau Herzog malt Strauße, Herr Herzog züchte Strauße.

Schon im März bereitet der Hahn das Nest vor und scharrt eine Mulde in den Sand. Strauße haben ihr Brutgeschäft gut aufgeteilt, so übernimmt der Hahn das Brüten in der Nacht und die Haupthenne tagsüber. Die Nebenhennen dürfen zuschauen. Nach 42 Tagen schlüpfen die Küken. "Die nehme ich dann raus", erklärt Johannes Herzog. "Sonst würden von 14 Tieren nur fünf überleben".

Die Küken wachsen im Stall unter der Wärmelampe heran. Nach 15 Monaten sind die Tiere schlachtreif. Die Vögel haben dann ein Gewicht von 120 kg. "Aber der Fleischanteil beträgt nur 35 kg und kommt aus der Keule und dem Rücken", erläutert der Züchter. Zudem werden Hals und Innereien verwertet, aber auch die Haut, Eier und Feder weiter verarbeitet. Der Verkauf des Fleisches erfolgt ab Hof, das frisch in der Saison erhältlich ist und gefroren das ganze Jahr über.

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