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Margot Bischof | am

Ostfriesland: Mit Pflug und Pferd übers Feld

Arbeiten mit Pferden wie zu Großvaters Zeiten. Dieses Kulturgut will die Gruppe Buurenpeerd und die Interessensgemeinschaft Zugpferde erhalten. Sie bieten Kurse an, basteln an Techniken, ihren Gespannen und schnacken platt dabei.

Dieter und Anita Kuhlemann betreiben in Westoverledingen im Kreis Leer einen Pferdehof. Regelmäßig richten sie Kurse für Arbeits- und Fahrpferde sowie deren Besitzer aus. Dieter Kuhlemann ist lizensierter Ausbilder und Mitglied der Interessengemeinschaft Zugpferde und leitet auf seinem Hof die seit 2019 angebotenen Kurse. Die Interessengemeinschaft Zugpferde hat für die Ausbildung von Fuhrleuten ein Kursprogramm entwickelt. Auf eine Grundausbildung folgen Kurse für die Fachbereiche Forst, Landwirtschaft und Fahren.

Kutschenführerschein zum Führen von Zugpferden

Heute steht der praktische Teil für das Modul Grünlandbearbeitung an. Sechs Kursteilnehmer sind teils mit eigenen Pferden angereist. Konrad Strohschnieder, dem Wallach Bolle gehört, ist einer von ihnen. „Mein Pferd steht hier auf dem Hof in Stallgemeinschaft“, erzählt er. Er kommt aus Papenburg und ist schon erfahren in der Arbeit mit Zugpferden. Denn die Prüfung für das Fahrabzeichen Klasse 5 und für den Kutschenführerschein Klasse B hat er hier schon abgelegt. Seine Familie hat früher ein gewerbliches Unternehmen für Planwagen betrieben. 

Mit Opas Pflug begann die Liebe zum Arbeitspferd

„An jedem Montag ist hier auf dem Hof unser Fahrertreffen mit etwa 20 Leuten“, berichtet Pferdwirt Kuhlemann. Die Liebe zum Arbeitspferd ist eher zufällig entstanden. „Der Pflug des Großvaters stand noch auf der Diele“, erzählt der 65-Jährige. „Ich habe dann ein Springpferd davor gespannt, das im Galopp davonstürmte.“ Der Nachbar hatte alles beobachtet und lachte sich ins Fäustchen. Aber ein Haflinger vermochte die Aufgabe zur Zufriedenheit aller zu meistern. Damit war bei dem gelernten KFZ-Mechaniker die Leidenschaft für die Arbeit mit Zugpferden geweckt. „Dann habe ich einen Text in die Zeitung gesetzt und es haben sich viele Interessierte gemeldet“, erinnert er sich. So war 2012 die Arbeitsgemeinschaft „Buurenpeerd“ geboren.

Besonderes Stück: Gabelwender von den Amischen

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Auf dem Trainingsplatz für Gespannfahrer stehen insgesamt sieben Geräte für die Heuernte. Die meisten sind älteren Datums. „Bis 1960 wurden die noch gebaut“, erläutert Kuhlemann. So wie der Heuwender mit Bodenantrieb. Etwas Besonderes ist der Gabelwender aus Nordamerika, mit dem die Amischen gearbeitet haben. Der konnte über eine Kontaktperson in Deutschland erworben werden. Die würden heute noch dort gebaut.

Die Pferdefreunde wollen das Fachwissen erhalten

Auf einer Naturschutzfläche im Hutewald im Emsland kommen die Buurenpeerd-Pferde schon zum Einsatz. Alle, die sich hier engagieren, haben sich viel Fachwissen angeeignet und eine Menge Erfahrungen gesammelt. „Das soll nicht verloren gehen“, sagt Dieter Kuhlemann. Deshalb sucht er Interessierte aus der jüngeren Generation. Und was wäre die gute alte Zeit auf dem Bauernhof ohne den Snack up Platt? So gehört der hier zur Gemeinschaft wie der Kaffee am Nachmittag.

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