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Kristina Wienand | am

Otte-Kinast fordert: Kühlhäuser für einen ASP-Seuchenfall vorhalten

Nur bei einem Tier wurde bisher die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen - doch von dem Ausbruch sind rund 200 000 Schweine im Emsland betroffen. Agrarministerin Otte-Kinast macht Vorschläge, was im Seuchenfall in Zukunft besser laufen könnte.

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast will die Afrikanische Schweinepest (ASP) in dieser Woche zum Thema auf der Agrarministerkonferenz machen. Notwendig sei, sich bundesweit mit den Konsequenzen der Krankheit zu befassen, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir müssen dazu kommen, Schlacht-, Zerlege und Verarbeitungsbetriebe mit entsprechenden Kühlhäusern für den Seuchenfall vorzuhalten“, betonte die Ministerin. "Nur so lassen sich Lieferketten aufrechterhalten und in den landwirtschaftlichen Betrieben drohende tierschutzrechtliche Probleme vermeiden."

ASP-Ausbruch im Juli im Emsland mit Folgen

Anfang Juli war in einem Betrieb in Emsbüren im Emsland die ASP festgestellt worden. Wie das Virus in den Bestand eindringen konnte, ist bisher unklar. Rings um den Hof wurde eine Schutz- und Überwachungszone eingerichtet, von der zum damaligen Zeitpunkt 263 Betriebe mit rund 200 000 Schweinen betroffen waren.

Bis Ende August waren in gut 4800 Proben von Hausschweinen in der Region keine weiteren ASP-Erkrankungen nachgewiesen worden, auch nicht unter Wildschweinen im Emsland und der Grafschaft Bentheim.

Die Sperrmaßnahmen bleiben dennoch bis zum 5. Oktober bestehen. Einen Antrag auf Fristverkürzung der Bundesregierung lehnte die EU-Kommission ab.

ASP-Emsland-Biosicherheit-B1_CDL

Wohin mit Tieren aus der Sperrzone?

Otte-Kinast kritisiert die mangelnde Bereitschaft der Schlacht- und Verarbeitungsbranche, Tiere aus der Sperrzone anzunehmen. Vor einer Woche sprach sie im Agrarausschuss des Landtags von rund 60 000 schlachtreifen Schweinen, davon mehr als 30 000 überschweren Tieren.

Weil es in den Ställen zu eng wird, warnten auch die Landwirte bereits vor massiven Tierschutzproblemen. Das Land habe inzwischen ermöglicht, Schweine in Betriebe derselben Lieferkette auch außerhalb der beiden Landkreise zu bringen, sagte Otte-Kinast. Zudem kündigte sie eine Billigkeitsleistung für zusätzliche Lagerkosten von Fleisch der geschlachteten Schweine aus der Sperrzone an.

Die Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern findet bis Freitag in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt statt. An diesem Mittwoch (14.9.) treffen sich zunächst die Staatssekretäre und Staatssekretärinnen für Landwirtschaft von Bund und Ländern, um die Beschlüsse vorzubereiten. 

Mit Material von dpa
Mastschweine in einer Bucht, Maststall

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