Pferdeäpfel im Sand

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Janina Schuster | am

Pferdemist als Dünger: gesunder Kompost für die Umwelt

Wenn man es richtig anstellt, lässt sich aus Pferdemist noch eine Menge machen. Wir stellen Ihnen eine Methode vor, die am Ende wertvollen Dünger für den Garten aus dem Pferdemist macht.

 

Pferdehaltung gehört in Niedersachsen zum guten Ton, das fällt spätestens bei der Betrachtung des roten Wappens auf. Doch Pferdebesitzer kennen es: Die beliebten Vierbeiner produzieren über den Tag verteilt eine beträchtliche Menge Mist, der entsorgt werden möchte. Und das kann schnell zum Problem werden, denn der Pferdemist muss in der Regel zwischengelagert werden, bis er auf den Feldern zum Einsatz kommt. Und so türmen sich auf Misthaufen die Pferdeäpfel, ziehen unerwünschte Stechinsekten und Fliegen an und nehmen schlicht Platz weg. Wer es jedoch geschickt anstellt, kann vom Pferdemist profitieren. Pferdeäpfel lassen sich zu wertvollem Dünger für den Garten machen, der ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft dem Boden zurückgegeben werden kann. Ob Rosen oder Gemüse, die Pferdeäpfel sind eine gute Möglichkeit, die Pflanzen im Garten mit Nährstoffen zu versorgen.

Rotten, nicht faulen!

Um gesunden Kompost für den Garten zu erhalten, sollte das Pferdemist rotten und nicht faulen. Als Rotte bezeichnet man die Zersetzung organischen Materials unter aeroben Bedingungen. Aerob bedeutet, dass Sauerstoff am Abbauprozess beteiligt ist. Das Gegenteil, also ein anaerober Prozess, würde zu einer Fäulnis des Materials führen. Dies würde dazu führen, dass sich Treibhausgase wie Methan und Ammoniak bildeten. Auch bei der korrekten Rotte von Pferdemist werden Treibhausgase freigesetzt, allerdings nur in geringem Maße. Um optimale Bedingungen für den Rotteprozess zu schaffen, sollte der Pferdemist also locker gelagert und nicht festgedrückt werden.

Zwei Landwirte vor Biogasanlage

Feuchtigkeitsgehalt ist entscheidend für erfolgreiche Kompostierung von Pferdemist

Damit der Rotteprozess funktioniert, muss der Mist ausreichend Feuchtigkeit beinhalten. Dieser liegt bei 60 Prozent. Die sogenannte "Faustprobe" hilft, den Feuchtigkeitsgehalt im Pferdemist zu prüfen: man nimmt etwas Mist in die Hand und drückt sie zu einer Faust zusammen. Es sollte keine Flüssigkeit austreten, der Mist aber auch nicht zerbröckeln. Bei heißen Temperaturen hilft maßvolles Wässern des Misthaufens, die erforderliche Feuchtigkeit zu erhalten. Doch auch hier ist das Maß entscheidend. Zu viel Wasser schadet mehr, als das es nützt. Die mit Luft gefüllten Poren des Mistes laufen voll Wasser und es kommt zu Sauerstoffmangel, der eine Fäulnis begünstigt. Gerade in Regenzeiten hilft ein Dach über dem Misthaufen dabei, die Kontrolle über die Feuchtigkeit im Mist zu behalten.

Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff beachten

Entscheidend für den Erfolg des Rotteprozesses ist auch das Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff. Im Fall von Pferdemist ist dieses Verhältnis nicht optimal. Der Mist enthält eine große Menge Kohlenstoff, im Gegensatz zu Stickstoff. Die ideale Verteilung liegt bei 30:1. Je mehr Einstreu Pferdemist jedoch enthält, desto schlechter wird dieses Verhältnis. Strohmist ist deutlich leichter zu kompostieren als Sägemehlmist. Zudem sind die Verluste von Stickstoff, die bei der Kompostierung von Pferdemist unvermeidlich passieren, bei Stroh am geringsten.

Pferde stehen im Stall

Die Erwärmungsphase

Der Rotteprozess wird in 3 Phasen unterteilt: Erwärmungs-, Heiß- und Abkühlungsphase. Die Erwärmungsphase dauert bis einen Tag nach dem Aufsetzen des Mistes. Mikroorganismen beginnen leicht zersetzbare Stoffe wie Eiweiß und Kohlenhydrate abzubauen. Die Stoffwechselvorgänge produzieren Wärme und die Rotte kommt in die Heißphase.

Die Heißphase

Die Heißphase dauert circa zwei bis fünf Wochen. Sie ist entscheidend für die Qualität des Komposts. Zunächst erwärmt sich der Mist auf 45 Grad, später können Temperaturen bis 70 Grad erreicht werden. Parasiten und Unkrautsamen sterben und nur speziell angepasste Mikroorganismen überleben im Pferdemist. Während dieser Phase sollte der Mist nicht luftdicht abgedeckt werden, da entstehendes Kondenswasser den Feuchtigkeitsgehalt im Pferdemist verändert. Bei zu großer Hitze und dementsprechender Verdampfung von Flüssigkeit kann hingegen Feuchtigkeit fehlen. Die Faustprobe sollte daher häufiger zur Kontrolle herangezogen werden. Vermeiden Sie unbedingt ein Umsetzen des Komposthaufens! Das birgt das Risiko, dass Ammoniak entweicht, der dann im Endprodukt Dünger als Nährstoff fehlt.

Ein Traktor bei der Feldbearbeitung, beim Einbringen von Gülle direkt in den Boden.

Die Abkühlungsphase

In der Abkühlungsphase wandeln sich Ammoniakgase nun in Nährstoffe um. Sie beginnt, wenn die Temperatur der Rotte wieder bei 45 Grad liegt. In dieser Phase muss der Mist vor Niederschlag geschützt sein, da überschüssiges Wasser nun nicht mehr verdunsten könnte. Sickerwasser hingegen könnte Nährstoffe ausspülen. Auch hier eignet sich wieder ein Dach für den Misthaufen.

Nährstoffe: Vorteile von kompostiertem Pferdemist als Dünger

Frischer Pferdemist enthält Krankheitserreger, Parasiten und Unkrautsamen. Im Laufe des Rotteprozesses entsteht im Mist eine Hitze von mindestens 60 Grad, die diese unerwünschten Inhaltsstoffe abtötet. Nach dem Durchlauf aller Rottephasen erhält man einen idealen Dünger mit guter Wirkung für Garten und Pferdeweiden. Der Dünger hat einen hohen Nährstoffgehalt: Neben Spurenelementen wie Selen, Kupfer liefert der hygienisierte Kompost auch Phosphat, Kalium, Kalzium, Magnesium und Stickstoff zur Bildung von Eiweiß, Enzymen und Vitaminen. Gärtner und Hobbygärtner können sich nach dem Düngen einer Pflanze mit Pferdemist also über schöne Rosen im Beet oder üppige Gemüsebeete freuen. Doch Vorsicht: Achten Sie beim Düngen des Bodens auf etwaige Sperrfristen, die in der aktuellen Düngeverordnung vorgegeben sind.

Mit Material von pferde-betrieb
Zahlreiche Düngemittelhersteller haben ihre Werke aufgrund der hohen Erdgaspreis geschlossen.

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