ASP-infizierte Wildschweine
Christel Grommel | am

Prävention vor ASP: Deutsch-polnisches Ministertreffen

Das Bundeslandwirtschaftsministerium erweitert die Schweinepest-Verordnung für den Ausbruchsfall. Zudem ist bei der Grünen Woche Julia Klöckner mit ihrem polnischen Amtskollegen Ardanowski zusammengekommen, um den Umgang mit der ASP zu besprechen.

Zur Vorbereitung auf den Ernstfall wurden in Deutschland weitere Maßnahmen ergriffen. Das Bundesministerium erweitert derzeit die Schweinepest-Verordnung. Das ermöglicht den Behörden der Länder im Ausbruchsfall, flexibler Zäune oder andere Wildtierbarrieren aufzustellen. Die Barrieren schränken die Wanderbewegungen von Wildschweinen wirksam ein. Das zeigen Erfahrungen aus anderen Ländern, auch die Wissenschaft empfiehlt dieses Vorgehen.

Pufferzone soll gesperrt werden können

Bislang kann die zuständige Behörde nur im Kerngebiet, einem Teil des gefährdeten Gebiets, diese Barrieren errichten. In Zukunft soll es auch möglich sein, das gefährdete Gebiet und die Pufferzone abzusperren.

Die Pufferzone ist ein Bereich um das gefährdete Gebiet, in dem keine ASP-Fälle nachgewiesen wurden, aber dennoch Schutzmaßnahmen gelten oder angeordnet werden können. Beide Bereiche werden von den Behörden rund um einen ASP-positiven Kadaver eingerichtet, in Abhängigkeit von der Situation vor Ort.

Klöckner vereinbart Maßnahmen mit Ardanowski

Am Rande der Grünen Woche traf sich Julia Klöckner mit ihrem polnischen Kollegen Jan Krzystof Ardanowski. Schwerpunkt war dabei der Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest.

Seit November 2019 werden ASP-Fälle in Polen nahe der deutschen Grenze gemeldet. Polen und Deutschland haben schon seit langer Zeit eine gute Zusammenarbeit etabliert - nun wurden vier konkrete Punkte vereinbart, die ein Überspringen der Seuche nach Deutschland verhindern sollen.

Was ist geplant?

  • Erarbeitung eines gemeinsamen Maßnahmenkatalogs: Dieser soll die bisherigen Anstrengungen stärken. Unter anderem ist die Einrichtung eines eingezäunten Korridors entlang der Grenze im Gespräch, der ein Einwandern infizierter Wildschweine verhindern soll.
  • Mögliche Hinzuziehung des Technischen Hilfswerks bei der Errichtung von Schutzzäunen auf polnischer Seite.
  • Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung wird intensiviert.
  • Erarbeitung einer Erklärung, die eine drastische Verringerung der Wildschweindichte hervorhebt, unter anderem durch Abschuss als effektive Präventivmaßnahme.

Ausgestaltung einer "weißen Zone"

Zeitnah wird es außerdem ein Arbeitstreffen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit Vertretern aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Sachsen geben und ein deutsch-polnisches Fachgespräch in Warschau. 

Bei beiden Treffen soll es um die Ausgestaltung einer sogenannten "weißen Zone" gehen. Dieser eingezäunte Bereich im Grenzgebiet soll ein effektives Wildmanagement ermöglichen und die Einwanderung kranker Wildschweine nach Deutschland verhindern. 2018 hatte diese Maßnahme die Einwanderung von ASP-positiven Wildschweinen von Belgien nach Frankreich verhindert. 

Mit Material von BMEL

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Verbände äußern sich zum Niedersächsischen Weg
  • Tierhaltung: Ferkelerzeuger-Mäster-Ehe: Gemeinsam die Krise meistern
  • Betrieb: Lohnt die eigene Getreidelagerung?
  • Geld und Recht: Bei der Betriebsübertragung ungewollte Aufgabe vermeiden
  • Pflanzenbau: Düngen von Zwischenfrüchten
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