Schweine in einem Stall
Christel Grommel | am

Projekt zur bedarfsgerechten Fütterung von Schweinen

Weniger Emissionen und mehr Tierwohl: In dem Projekt "RESAFE-Pig" untersuchen Forscherinnen und Forscher, wie Schweine bedarfsgerechter und umweltschonender gefüttert werden können.

Die Forscher der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo), der Firma Hölscher und Leuschner und des Instituts für Landtechnik der Universität Bonn untersuchen drei verschiedene Ansatzpunkte parallel: Die Fütterungssteuerung, Proteinreduktion und Optimierung der Rohfaserversorgung. Ziel des Projekts ist es, das Fütterungsmodell RESAFE im Sinne der Ressourceneffizienz zu entwickeln und zu testen.

Bisher orientiert sich die Fütterung am "Durchschnittstier", obwohl Tiere Futter unterschiedlich aufnehmen. Das hat zur Folge, dass einige Schweine in der Mast nicht optimal gefüttert werden. Das soll mit dem Projekt geändert werden. 

Rohfaser als Schlüssel

Ziel ist, die Schweine entsprechend ihres Typs zu erkennen und individueller als bisher zu füttern. Der Ansatz birgt ein ungemein großes Potenzial, Nährstoffe einzusparen und gleichzeitig Stickstoffemissionen zu verringern, erklärt Professor Dr. Christian Visscher, Leiter des Instituts für Tierernährung.

Ein Mastschwein frisst während der Mastperiode 275 Kilogramm Futter. Darin enthalten sind etwa 7 Kilogramm reiner Stickstoff. Eine zu große Menge wird aber wieder ausgeschieden. Er gelangt in die Gülle und damit in die Umwelt. "Um diese Ausscheidung zu verringern, möchten wir den tatsächlichen Bedarf möglichst tierindividuell ermitteln und die Fütterung der einzelnen Tiere darauf ausrichten", erklärt Dr. Cornelia Schwennen aus dem Institut für Tierernährung der TiHo.

Im Projekt erhält daher ein dickeres Schwein mehr faserhaltiges Futter. Durch den höheren Faseranteil in der Ration stellt sich bei den Tieren schneller ein Sättigungsgefühl ein. 

Bis zu der 40 % reduziert

Vorteile seien laut Visscher, dass Tiere nicht mehr zu große Mengen an Nährstoffen aufnehmen und weniger Stickstoffemissionen in die Umwelt gelangen. Zusätzlich würden Futterressourcen gespart und die Haltung verbessert. 

Als Rohfaser dienen Ganz-Pflanzen-Silagen aus Getreide oder Mais. Außerdem wird durch den Einsatz von Faser die Fermentation im Dickdarm gefördert und der überschüssige Stickstoff bakteriell gebunden, sodass dieser letztendlich nicht ungehindert in die Luft emittiert, sagt Schwennen.

Die Untersuchungen zeigen, dass die Emissionen durch den erhöhten Einsatz von Rohfasern in der Fütterungsration um bis zu 40 Prozent reduziert werden können.

Ermittelt wird der Bedarf der Tiere über die Körperzusammensetzung. Dazu wird zukünftig eine 3D-Kameratechnik eingesetzt werden, mit der die Tiere in einer Schleuse vermessen und gewogen werden. Dann werden diese einem Fressbereich zugeordnet. 

Mit Material von ISN
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