Ferkel in einer Abferkelbucht
Anne-Maria Revermann | am

QS-System: Werden deutsche Ferkelerzeuger benachteiligt?

In der Diskussion über die QS-Anforderungen an ausländische Ferkellieferanten befürchtet die Branche hierzulande eine Wettbewerbsverzerrung.

„Es ist nicht vermittelbar, wenn Betäubungsverfahren, die gegen deutsches Recht verstoßen, über Lieferungen von Tieren oder Fleischerzeugnissen aus anderen Mitgliedstaaten ihren Weg in die Fleischtheken finden können“, kritisiert Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied.

Hintergrund: QS hatte Mitte Juli mitgeteilt, dass es nach Inkrafttreten der neuen Regelung im Zertifizierungssystem keine identischen Vorgaben für die Produktion in- und ausländischer Ferkel geben werde.

Hiesige Ferkelerzeuger forderten, dass für importierte Ferkel im QS-Zertifizierungssystem dieselben Vorgaben zur Anwendung kommen sollten wie für Ferkel aus Deutschland. QS wertete diesen Wunsch damals zwar als „verständlich“; dies könne aber nur mithelfen, Unterschiede zu mildern. Die Aussage wurde von deutschen Schweinehaltern stark kristisiert.

Einheitliche Anforderungen müssen her

Neben den deutschen Schweinehaltern fordert auch Joachim Rukwied verbindliche und vor allem einheitliche Tierschutz-Anforderungen für sämtliche Herkünfte: „Unsere Tierschutzstandards sind Teil einer guten Prozessqualität in der Fleischerzeugung. Für das System QS ist es eine Frage der Glaubwürdigkeit, im Zuge des Ausstiegs aus der betäubungslosen Ferkelkastration eine Regelung dafür konsequent umzusetzen, die auch Lieferungen aus anderen europäischen Ländern einbezieht“, erklärte er.

Dabei stünden insbesondere die Marktpartner in der Fleischwirtschaft und im Lebensmittelhandel mit in der Verantwortung.

Vorgehensweise von QS führt zu Wettbewerbsverzerrung

Diesen Forderungen schlossen sich auch die Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Hubertus Beringmeier, und des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, an.

Importierten Ferkel, die vor allem aus Dänemark und Holland kämen, müssten nach den gleichen Verfahren kastrieren werden wie jene, die in Deutschland zugelassen sind. Bisher sei dies aber nicht der Fall und führe folglich zu einer Wettbewerbsverzerrung, die die Existenz der Betriebe bedrohe, so Beringmeier.

Ähnliche Bedenken äußerte Hartelt. Die Vorgehensweise von QS würde die deutschen Ferkelerzeuger massiv benachteiligen, außerdem würde ein solches Vorgehen die Glaubwürdigkeit des Qualitätssicherungssystems untergaben.

Gleiche Standards innerhalb des QS-Systems seien nötig - unabhängig von der Herkunft der zertifizierten Produkte. Dies müsse in allen Bereichen gelten.

Mit Material von AgE

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