Ferkel im Stall

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Anne-Maria Revermann | am

QS-Zertifizierung: Umgang mit Ferkeln aus dem Ausland (aktualisiert)

Trotz neuer Haltungsauflagen für die deutsche Sauenhaltung, wird es keinen Ausschluss ausländischer Ferkel aus dem Zertifizierungssystem der QS geben.

Das hat QS Qualität und Sicherheit GmbH bestätigt. Hintergrund ist der Wunsch deutscher Ferkelerzeuger, dass für importierte Ferkel im Zertifizierungssystem dieselben Vorgaben gelten sollten, wie für Ferkel aus Deutschland. Denn hierzulande gebe es neue, strike Anforderungen in der Sauenhaltung, wie das Verbot der betäubungslosen chirurgischen Kastration männlicher Ferkel und dem jüngst gefallenen Bundesratsbeschluss zur Kastenstandhaltung von Sauen.

Mäster bekämen nicht genug Ferkel

Ein Marktausschluss ausländischer Ferkel oder Mastschweine aus dem QS-Zertifizierungssystem würde der deutschen Landwirtschaft nicht helfen, warnte QS und begründet die Entscheidung damit, dass QS-Mäster dann nicht ausreichend Ferkel bekämen.

Als Zertifizierer könne man die unterschiedlichen rechtlichen Anforderungen "nicht ausbügeln, die die Gesetzgeber bei uns und im Ausland erlassen haben“.

Steigende Nachfrage nach importierten Ferkeln

Die Stimmung in der heimischen Sauenhaltung ist schlecht. Sauenhalter sind besorgt, die anstehenden Änderungen nicht mehr finanzieren zu können.

Es sei davon auszugehen, dass sich der Strukturwandel in der Sauenhaltung in den nächsten Jahren beschleunige, prognostiziert auch QS die Situation. Ob die Mastschweinehaltung in gleicher Weise zurückgehe, bleibe abzuwarten.

Parallel dazu sei eine eher steigende Zahl an nach Deutschland importierten Ferkeln zu erwarten.

Update: Klarstellung von QS zum Umgang mit Importferkeln

QS hat zum Bezug ausländischer Ferkeln einige Punkte klargestellt, wie die ISN berichtet: So gebe es seit einigen Jahren klare Anforderungen, die im QS-System definiert sind. QS-Schweinemäster dürfen Ferkel nur von QS-lieferberechtigten Betrieben beziehen.

Die Ferkel müssen von QS-zertifizierten Betrieben stammen oder von zugelassenen Betrieben, die nach einem der anerkannten Standards in Belgien, Dänemark oder den Niederlanden zertifiziert sind.

  • Entscheidend ist: Für Lieferungen ins QS-System müssen diese bezüglich der Ferkelkastration ab 2021 vergleichbare Anforderungen erfüllen, wie die deutschen Sauenhalter. Die Anforderungen für ausländische Lieferanten müssen vergleichbar, nicht aber identisch sein.
  • Das heißt konkret: Ferkel dürfen ins QS-System geliefert werden, wenn die chirurgische Kastration unter Betäubung/Schmerzausschaltung, Jungebermast oder Jungebermast mit Impfung gegen Ebergeruch stattgefunden hat.

Niederländische Ferkel beispielsweise müssen mit CO2 betäubt werden, da Isofluran dort nicht zugelassen ist. Die Ferkel sind deshalb weiter QS-konform.

 

Mit Material von AgE, ISN, QS

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