Eine Nacktschnecke.
Ellen Hartmann | am

Ratgeber: Das hilft gegen Nacktschnecken

Sie mögen Blumen und Gemüse - und sind für viele Gärtnerinnen und Gärtner unliebsame Mitbewohner: Nacktschnecken. Wir haben ein paar Tipps für Sie, was Sie gegen die Tiere tun können.

Nacktschnecken setzen sich gerne in der Dunkelheit in Bewegung, am liebsten aber, wenn es feucht ist. Zu rund 90 Prozent schuld an Fraßschäden in Gemüsebeeten und Blumenrabatten ist die Spanische Wegschnecke, auch Arion vulgaris genannt. Bereits in den 60er-Jahren wurde die Schneckenart nach Deutschland eingeschleppt. Hier hat sie keine natürlichen Fressfeinde, denn auch Kröten, Igel und Vögel fressen sie nicht. Warum? Die Spanische Wegschnecke sondert so viel Schleim ab, dass die Tiere daran ersticken. Von unserer Roten Wegschnecke (Arion rufus) ist die spanische Art kaum zu unterscheiden. 

Der Feind der Spanischen Wegschnecke

Dennoch hat die Spanische Wegschnecke einen natürlichen Feind: den Tigerschnegel. Diese Schnecke ist rund zehn bis 20 Zentimeter lang und verspeist verwesende Pflanzenteile sowie die Eier der Spanischen Wegschnecke. Angeblich soll der Schnegel die spanische Schnecke sogar angreifen. Entdecken Sie in Ihrem Garten einen Tigerschnegel, sollten Sie diese Nacktschnecken-Art also besser nicht bekämpfen. Auch die geschützten Weinbergschnecken und Bänderschnecken sollten nicht bekämpft werden. 

Was hilft gegen Schnecken im Garten?

  • Damit Nacktschnecken keinen Halt finden, können Sie Blumentöpfe und Beetumrandungen mit einem speziellen ökologischen, durchsichtigen Schutzanstrich bestreichen. Diese Anstriche finden Sie im Baumarkt. 
  • Legen Sie Gemüsebeete am besten an einem sonnigen Platz im Garten an
  • Um Ihre Beete herum, sollten Sie hohes Gras abmähen. Denn Nacktschnecken mögen Versteckmöglichkeiten.
  • Gießen Sie die Pflanzen nur im Wurzelbereich und halten Sie den Boden trocken und feinkrümelig
  • Bei besonders anfälligen Beeten eignet sich zum Schutz ein Schneckenzaun. Den gibt es meist im Fachhandel.
  • Legen Sie Hemmschwellen um Beete an. Nacktschnecken mögen übrigens keinen Kalk, Sägespäne, Rindenmulch oder Kaffeesatz.

Schon im Herbst an die Schnecken denken

Bereits im Herbst sollten sich Gartenbesitzer Gedanken um Nacktschnecken machen. Denn im Spätsommer und Herbst sorgen die Tiere für Nachwuchs. Eine Schnecke kann bis zu 400 Eier legen. Diese legen die Tiere meist unter Regentonnen oder in Spalten und Ritzen im Gartenboden. Daher sollten Sie im Herbst die Nistplätze suchen und die Eier entfernen. Übrigens: Falls Sie Bierfallen für die Schnecken aufstellen wollen, lassen Sie das besser sein. Zwar ziehen Sie so die Schecken an, doch die Tiere fallen in das Bier und ertrinken. Zudem sorgt der Geruch der Falle auch dafür, dass Schnecken aus den umliegenden Gärten in Ihren Garten umsiedeln. 

Welche Falle hilf?

Mit der Salatfalle hingegen können Sie direkt 20 bis 30 Schnecken auf einmal sammeln. Legen Sie hierfür einfach abends ein paar Salatblätter unter einen nassen Sack im Garten. Anschließend heißt es abwarten. Bereits am nächsten Tag sollten sich unter dem Sack mehrere Schnecken gesammelt haben. Alternativ zur Salatfalle, hilft auch das Befeuchten von Brettern. Auch hier legen Sie einfach am Abend ein paar angefeuchtete Bretter in das Gemüsebeet. Denn nachts verziehen sich die Tiere nach dem Fressen unter die Bretter. Am nächsten Tag können Sie die Schnecken einfach einsammeln. Doch Achtung: bringen Sie die Tiere nicht auf den Kompost.

Hilfreich bei der Bekämpfung der organgefarbenen Nacktschnecke können auch Indische Laufenten sein. Hier sollten Sie allerdings darauf achten, dass den Enten ein kleiner Teich zur Verfügung steht. Denn die Tiere schleppen die Schnecken zum Wasser und putzen sie. So vermeiden sie, an ihnen zu ersticken.

Welche Pflanzen mögen Schnecken nicht?

Wer von Anfang an keine Schnecken in seinem Garten willkommen heißen will, sollte gleich bei der Bepflanzung auf die richtigen Pflanzen achten. Nacktschnecken mögen unter anderem keine stark riechenden Kräuter wie Rosmarin und Thymian, Pflanzen wie Eisenhut und Fingerhut oder Gräser und Farne. Ebenfalls unbeliebt bei Nacktschnecken sind Hauswurz und Fette Henne. Beim Gemüse wird es allerdings schwierig, da Schnecken fast alles fressen. Jedoch stehen die Tiere nicht auf Radieschen, Rettich, Sellerie, Schnittlauch, Petersilie, Endivien, Spinat, Rote Beete oder Zwiebeln. Zusätzlich erschwert Nacktschnecken ein Hochbeet das "große Fressen". 

Mit Material von NDR
on_Hochbeet-selber-bauen-Schweinebuchte.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen