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Christa Diekmann-Lenartz | am

Ratgeber: Raufutterautomat selbst bauen

Schweinehalter Christoph Wegmann muss seinen Schweinen ab dem kommenden Jahr ständig organisches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung stellen. Er hat dafür günstige Raufutterautomaten selbst gebaut.

Christoph Wegmann bewirtschaftet zusammen mit seinem Vater und zwei Auszubildenden einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Ferkelerzeugung im geschlossenen System. Im kommenden Jahr muss er seinen Schweinen in allen Haltungsabschnitten Beschäftigungsmaterial zur ständigen Verfügung stellen.

Automatisierung ist unumgänglich

"Bei 250 produktiven Sauen, Ferkelaufzucht und 2.500 Mastplätzen sind das nicht unerhebliche Investitionen, die auf uns zukommen, vor allem, wenn wir das automatisieren wollen", erzählt der junge Landwirt aus dem westfälischen Rheine. Auf seinem Betrieb nahe der Grenze zu Niedersachsen ist - wie bei vielen Berufskollegen auch - Arbeitszeit knapp. An einer Automatisierung der Gabe von Beschäftigungsmaterial, wie sie die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung fordert, kommt er deshalb nicht vorbei.

Strohpellets aus dem Automaten

Christoph Wegmann und sein Vater stellen neben dem landwirtschaftlichen Betrieb zusammen mit einem Berufskollegen seit 15 Jahren Strohpellets auf dem Hof her und vermarkten diese. Wegmann selbst plante auch, Strohpellets in seinen Ställen einzusetzen, scheute aber die doch recht hohen Kosten entsprechender Automaten bzw. Verteilsysteme, die auf dem Markt angeboten werden. Er tüftelte als "Technikfan" also daran, diese selbst zu bauen. Heute sind alle Stallabteile von der Sauenhaltung über die Ferkelaufzucht bis zur Mast mit seinen Automaten "Marke Eigenbau" ausgestattet.

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Futterrohre als Grundlage für die Automaten

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Grundlage der Automaten sind Futterrohre, die es zum Teil noch auf dem Betrieb gab und die Wegmann bereits in den Mastschweinebuchten eingesetzt hatte als Halterung für Dachlatten als Beschäftigungsmaterial. Von einem Stalleinrichter ließ er sich Metallröhren (aus Edelstahl) mit einem Drehkreuz unten anfertigen.

Hierauf werden die Futterrohre gesteckt und per Schellen an der Buchtenwand befestigt. Die Rohre werden so angebracht, dass unten ein kleiner Schlitz offen ist. Durch das Bewegen des Drehkreuzes mit dem Rüssel fördern die Schweine die Strohpellets aus dem Futterrohr und können sie fressen.

Menge über Öffnung am Rohr bestimmen

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Auf dem Spaltenboden ist unter den Automaten eine Kunststoffplatte angebracht, damit die Pellets nicht durchfallen in den Güllekeller. Über die Höhe der Öffnung unten am Futterrohr kann man einstellen, wie viele Pellets herausgearbeitet werden können. "Im Aufzuchtstall sind die Öffnungen natürlich deutlich kleiner als im Maststall", so der Westfale, "und die Strohpellets werden ja fütterungstechnisch nicht angerechnet, sie sollen die Tiere ja beschäftigen und etwas für ihren Wühltrieb bieten." Die Kosten beziffert Wegmann mit rund 25 Euro pro Stück.

V2-A-Trichter zur Befüllung

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Im Sauenstall hat Wegmann die Futterrohre oben mit einem V2-A-Trichter versehen, hier wird von Hand gefüttert, eine Automatisierung wäre hier zu aufwändig gewesen. In den anderen Stallbereichen werden die selbstgebauten Automaten heute über ein automatisches Strohverteilungssystem beschickt.

Wieder dabei bei der Initiative Tierwohl

Wegmann war bisher schon bei der Initiative Tierwohl dabei —mit der Sauenhaltung, der Ferkelaufzucht und der Mast. Auch für die dritte Runde hat er sich bereits angemeldet und die Raufutterautomaten schon im Einsatz. "Die Automaten werden viel genutzt. Ihren Zweck, die Tiere zu beschäftigen, erfüllen sie voll", so der Landwirt.

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  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
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