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Laura Schneider | am

Ratgeber: Sauen erfolgreich besamen

Gute Organisation ist bei der Besamung von Sauen unverzichtbar – von der Vorbereitung über die Besamung bis zur Dokumentation. GFS-Berater Gerd Vahrenhorst berichtet, was dabei zu beachten ist.

Das richtige Management ist eine wichtige Voraussetzung dafür, erfolgreich zu besamen. Doch worauf kommt es dabei an? Antworten auf diese Frage liefert Gerd Vahrenhorst von der Genossenschaft zur Förderung der Schweineproduktion eG (GFS).

Sperma richtig lagern

Ein gutes Besamungsmanagement beginnt schon beim Transport des Spermas:

  • Die Temperatur bei Transport und Lagerung sollte zwischen 16° C und 18° C liegen.
  • Das Schwarz-Weiß-Prinzip ist konsequent einzuhalten und sich kreuzende Wege sind zu vermeiden.
  • Hygiene ist auch bei den Lagerboxen der Betriebe absolut unverzichtbar. Vahrenhorst rät, sie einmal im Monat zu überprüfen und zu reinigen.

Gestaltung des Deckstalls

Auch die Gestaltung des Deckstalls spielt eine entscheidende Roll. Für eine gute Rauschestimulierung sollten Sie folgendes bedenken:

  • Die Helligkeit im Kopfbereich der Sauen sollte idealerweise bei 300 Lux liegen.
  • Ein guter Ebergang sollte vorhanden sein.
  • Vom ersten Absatztag an sollten zweimal täglich Eber zur Stimulation eingesetzt werden, bestenfalls mehrere.

Gute Organisation und Hygiene bei der Besamung

Die Stimulation durch den Eber ist zeitlich begrenzt: Schon 30 Minuten nach dem Eberkontakt lässt die Duldung der Sau wieder nach. Um die Höchstphase der Stimulation zu nutzen, ist eine optimale Arbeitsorganisation bei der Besamung unverzichtbar.

  • Ein Besamungswagen hilft dabei, das gesamte benötigte Material immer griffbereit zu haben und zusätzliche Gänge zu vermeiden.
  • Die Besamung sollte bei den gut duldenden Sauen beginnen.

Auch Hygiene ist bei der Besamung und der vorherigen Lagerung des Materials ein wichtiges Thema:

  • Auch umhüllte Pipetten für die Besamung ziehen Staub an. Daher sollten sie an einem trockenen, sauberen Ort gelagert werden.
  • Die Standfläche der Sauen müsse optimal gestaltet sein, um die Umgebung und die Tiere selbst trocken und sauber zu halten.
  • Zur Reinigung bieten sich Trockentücher an.

Durchführung der Besamung

  • Beim Einführen ist auf den richtigen Sitz der Pipette zu achten.
  • Bei der oft praktizierten Fixation der Pipette am Bügel, rutscht diese mit der Zeit weiter heraus. Das Sperma wird zwar trotzdem eingezogen, aber mit dem Sperma werden auch mehr und mehr Keime eingezogen, je weiter sich die Pipette in Richtung Harnröhre bewegt.
  • Beim Entnehmen sollten Sie den Pipettenkopf kontrollieren: Rückstände darauf könnten wichtige Hinweise auf mögliche Erkrankungen, beispielsweise Harnwegsinfektionen, geben und sollten mit dem Tierarzt besprochen werden.

Dokumentation

Ein weiterer wichtiger Bestandsteil des Besamungsmanagements ist die Dokumentation. Stift und Sauenkarte oder entsprechende Formulare sollten immer griffbereit sein, um alle Daten und durchgeführte Arbeitsschritte sofort vermerken zu können.

Wenn zu oft erfolglos besamt wird, kann das zu Problemen führen. Neben den Besamungskosten erhöht das auch das Krankheitsrisiko für die Sauen, da mit jeder Besamung Keime eingebracht werden.

Um aussagekräftige Daten zu erhalten, empfiehlt Vahrenhorst die Reinbelegung mit nur einem Eber. Damit seien nicht unbedingt alle Sauen des Betriebs gemeint. Auch zehn oder 20 reinbelegte Sauen wären bereits von Vorteil.

Mit Material von Gerd Vahrenhorst (GFS)

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