Eiseninjektion beim Saugferkel
Laura Schneider | am

Ratgeber: Saugferkel richtig mit Eisen versorgen (Teil 2)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Ferkel mit Eisen zu versorgen. Lesen Sie, wie sich diese voneinander unterscheiden.

Die Eisenversorgung ist von hoher Bedeutung für die Gesundheit von Saugferkeln. Sie beeinflusst ihre Entwicklung über die Säugezeit hinaus.

Daher ist es wichtig, ein mögliches Eisendefizit mit Eisengaben auszugleichen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Saugferkeln Eisen zu verabreichen.

Ob die Ferkel Eisen oral oder durch eine Injektion erhalten, beeinflusst nicht, wie es sich in den Organen anreichert. Objektiv prüfbaren Tierwohlkriterien zufolge ist die orale Eisengabe für Ferkel nicht wesentlich angenehmer als eine korrekte Eiseninjektion.

Inwiefern unterscheiden sich orale Eisengabe und Injektion?

  • In der Theorie ist die orale Gabe besser, weil dabei die regulatorischen Mechanismen im Darm wie bei der natürlichen Eisenaufnahme beansprucht werden. Deshalb lassen sich Eisenpasten früher als eine Injektion einsetzen (nach zwölf Lebensstunden).
  • Man kann nicht immer sicher sagen, ob die Ferkel die oral eingegebene Menge auch tatsächlich abschlucken.
  • Bei der Injektion können schwere Verletzungen entstehen, wenn man zu tief, ohne ausreichende Hygiene oder an der falschen Stelle einsticht.
  • Mit jeder Injektion gelangen Bakterien von der Hautoberfläche unter die Haut. Mit dem Eisen gibt man ihnen sozusagen ihr notwendiges Futter mit.

Hilft es, Eisensulfat an die Sauen zu verfüttern?

Die Verfütterung von preiswertem Eisensulfat an die Sauen gilt als Minimalvariante zur Eisenversorgung.

Die Natur sieht zur Keimbesiedlung des Darms vor, dass die Saugferkel Sauenkot aufnehmen. Die vom einzelnen Ferkel aufgenommene Kotmenge ist jedoch so variabel, dass man das nicht empfehlen kann.

Was ist bei der Verwendung von Eisenpasten zu beachten?

  • Eisenpasten müssen zweimal verabreicht werden. Wegen der Verträglichkeit sollten sie komplex gebunden (Eisendextran) und keine einfachen Salze wie Eisensulfat sein.
  • Die Eingabe dauert kaum länger als die Injektion (44 statt 41 Sekunden).
  • Daneben gibt es Eisenpulver für die erste Hälfte der Säugezeit oder Eisentorf für die zweite Hälfte. Diese Produkte werden in kleinen Beifütterungsschalen angeboten. Die Ferkel sollen sie freiwillig, also nicht kontrollierbar, aufnehmen.
  • Eine Untersuchung des Lehr- und Versuchsguts (LVG) Köllitsch zeigt, dass die freiwillige Eisenaufnahme, zum Beispiel aus Eisentorf, im Durchschnitt zu niedrig und mit Unsicherheiten verbunden ist.

Wie unterscheiden sich Leistung und Gesundheit bei oraler Gabe und Injektion?

Im Versuch des LVG Köllitsch führte die orale Eisenversorgung über Eisenpasten nicht zum selben optischen Gesamteindruck der Ferkel wie die Injektion.

Ferkel, deren Eiseninjektion gesplittet und gesteigert wurde (100 mg am dritten und 200 mg am zehnten Lebenstag), entwickelten eine kräftigere Hautfarbe und hatten während der Ferkelaufzucht signifikant höhere tägliche Zunahmen.

Allerdings wurden die Ferkel mit oraler Eisengabe bei der Bonitur der Gelenke etwas besser bewertet als Ferkel mit Eiseninjektion. Bei bestandsspezifischen Problemen mit Gelenkentzündungen kann sie also von Vorteil sein.

Fazit

  • Eisenpasten lassen sie sich schon nach den ersten zwölf Lebensstunden einsetzen.
  • Sie müssen zweimal verabreicht werden.
  • Die freiwillige Eisenaufnahme, zum Beispiel aus Eisentorf, ist nicht sicher genug.
  • Die orale Eisenversorgung führt nicht zum selben optischen Gesamteindruck der Ferkel wie die Injektion.
  • Im Hinblick auf die Gelenkgesundheit kann sie aber von Vorteil sein.

Den vollständigen Beitrag mit den ausführlichen Versuchsergebnissen lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 02/2021 und in der digitalen Ausgabe

Hier lesen Sie den ersten Teil dieses Ratgebers.

Mit Material von Dr. Eckhard Meyer, Lehr und Versuchsgut Köllitsch

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