Melkstand
Jan-Gerd Ahlers | am

Ratgeber: So sparen Sie Energie rund ums Melken

Die Milchgewinnung verbraucht große Mengen an Energie. Lesen Sie, worauf Sie achten sollten, um den Stromverbrauch zu reduzieren.

Ein Milchviehbetrieb verbraucht rund zwei Drittel des Stroms für die Milchgewinnung. Dazu gehören unter anderem die Vakuumversorgung, die Reinigung und die Milchkühlung.

Allerdings gibt es beim Melken und bei der Milchkühlung einige Punkte, an denen Sie mit der richtigen Technik und Handhabung erhebliche Mengen an Energie einsparen können. Darauf sollten Sie achten.

Drehzahlgesteuerte Vakuumpumpen reduzieren Stromverbrauch

Der Einsatz drehzahlgesteuerter Vakuumpumpen kann den Stromverbrauch um bis zu 50 Prozent senken. Diese Pumpen können ihren Stromverbrauch nach dem tatsächlichen Bedarf ausrichten. Ist zum Beispiel während des Melkens zeitweise ein geringeres Vakuum ausreichend, verringert die Pumpe ihre Drehzahl und reduziert so die Stromabnahme.

Wärme durch Rückgewinnung nutzen

Der größte Anteil des Warmwasserbedarfs entfällt auf den meisten Betrieben auf die Reinigung der Melkanlage.

Auf den meisten Betrieben lohnt sich eine Wärmerückgewinnungsanlage. Sie entzieht der Milch die Wärme und erwärmt damit das Wasser. Wassertemperaturen um die 45°C sind dabei ohne zusätzlichen Aufwand möglich.

Für die Reinigung der Melkanlage oder des Milchtanks ist allerdings eine weitere Erwärmung erforderlich. Wasser mit einer Wärmerückgewinnungsanlage auf höhere Temperaturen von beispielsweise 60 °C zu erwärmen, verursacht aber einen um 15 bis 20 Prozent höheren Stromverbrauch. Je nach Reinigungsverfahren eignen sich hier andere Methoden besser:

  • Zirkulationsreinigung: Mit einem Durchlauferhitzer oder Standspeicher lässt sich Wasser auf die angestrebte Eingangstemperatur von etwa 70° C erwärmen. Sie können mit Strom, Flüssiggas oder Erdgas betrieben werden.
  • Kochendwasserreinigung: Die hierfür erforderlichen Wassertemperaturen von über 90° C lassen sich nur mit Strom erreichen.

Keine zu großen Milchkühltanks verwenden

Die Milchtankgröße bestimmt die benötigte Warmwassermenge und damit die Kosten für die Reinigung des Milchkühltanks. Pro 100 Liter Tankinhalt werden etwa 1,5 Liter warmes Wasser zur Reinigung benötigt. Milchtanks, die deutlich zu groß sind, verursachen damit höhere Kosten.

Anforderungen des Kälteaggregats

  • Stellen Sie das Kälteaggregat an einen kühlen Ort mit guter Luftzirkulation auf.
  • Prüfen Sie regelmäßig die Sauberkeit des Kälteaggregats.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Kältemittelmenge im Kühlkreislauf.
  • Erhalten Sie mit regelmäßigen Wartungen die Leistungsfähigkeit der Geräte.

Milch: Vorkühler nutzen

Vorkühler entziehen der Milch Wärme, indem sie Brunnen- oder Stadtwasser entgegen der Flussrichtung an der Milch vorbeiführen. Mit einem Einsparpotenzial von etwa 1 kWh pro 100 Liter Milch bringen sie die größte Einsparung beim Energieverbrauch.

  • Bei Plattenkühlern ist es sinnvoll, vor dem Milchzulauf einen Filter zu schalten, um Verstopfungen durch Fremdkörper (z.B. Stroh, Schmutz) vorzubeugen.
  • Bei Fremdkörpern im Wasser empfiehlt sich zusätzlich ein Schmutzfilter vor dem Wasserzulauf.
  • Vorkühler werden zusammen mit der Melkanlage gereinigt. Achten Sie daher auf eine ausreichende Leistungskapazität der Reinigungsanlage.
  • Je kälter das Wasser, desto besser die Kühlwirkung der Vorkühler.
  • Zur Viehtränke sollte das Wasser den Kühen unmittelbar nach dem Melken in einem großem Tränkebecken angeboten werden. Die Zwischenlagerung in einem Pufferbehälter sollte, wenn überhaupt, nur von kurzer Dauer sein, um eine Keimvermehrung zu unterbinden.
  • Prüfen Sie regelmäßig die Milcheinlauftemperatur in den Milchtank: Sie sollte in etwa der Wassertemperatur vorm Vorkühler plus 4 °C entsprechen.

Den gesamten Artikel mit weiteren Tipps zum Energiesparen beim Melken lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 22/2020 und in der digitalen Ausgabe.

Mit Material von Alfons Fübbeker, LWK Niedersachsen

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Betriebsunfall - Landwirt kämpft sich zurück ins Leben
  • Agrarpolitik: Debatte zur Farm-to-Fork-Strategie
  • Technik: So wird der Mähdrescher mit Zwiewuchs bei der Ernte fertig
  • Pflanzenbau: Anbautipps zur Rapsaussaat
  • Tierhaltung: Schweinehaltung in Offenställen
  • Leben auf dem Land: Hofübergabe - so gelingt der Generationenwechsel
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