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Laura Schneider | am

Ratgeber: Zwischenkalbezeiten verlängern

Kühen mehr Zeit bis zur nächsten Besamung zu geben, kann sich lohnen. Das sollten Sie über verlängerte Zwischenkalbezeiten wissen.

In der Vergangenheit wollten Milchkuhhalter ihre Tiere möglichst früh tragend bekommen. Die Vorteile kürzerer Zwischenkalbezeiten (ZKZ) sind offensichtlich: Mehr Kälber und eine höhere Milchleistung, da eine Kuh mehr Milchspitzen im selben Zeitraum erreicht.

Folgen kurzer Zwischenkalbezeiten

Die steigende Leistung erhöht den Deckungsbeitrag pro Kuh und veranlasst Landwirte, immer früher zu besamen. Mögliche Folgen sind:

  • Fruchtbarkeitsprobleme und steigender Besamungsaufwand pro Tier
  • Einsatz von Hormonprogrammen
  • Häufigere Stoffwechselkrankheiten und damit steigender Medikamenteneinsatz und Tierarztkosten
  • Hohe Milchleistungen zum Zeitpunkt des Trockenstellens erfordern prophylaktisch verabreichte antibiotische Trockensteller
  • Gegebenenfalls verringerte Nutzungsdauer: Höhere Wahrscheinlichkeit einer Stoffwechselerkrankung oder Mastitis; Nach zwei oder drei erfolglosen Besamungen verlässt eine Kuh den Betrieb wegen Unfruchtbarkeit als Schlachtkuh, obwohl sie eigentlich nur zu früh besamt wurde.

Verbraucher kritisieren die geringe Nutzungsdauer in der Milchproduktion, den Antibiotika- und Hormonverbrauch sowie den geringen Wert eines Kalbes. Die Verlängerung der ZKZ ist ein Ansatz, diese Probleme anzugehen und auf die Verbraucherwünsche zu reagieren.

Lohnt sich eine verlängerte Zwischenkalbezeit?

Entscheidend für den Landwirt ist, ob sich eine verlängerte ZKZ lohnt. Sie kann Tierarzt- und Besamungskosten verringern und eine niedrige Remontierung sorgt für geringere Kosten bei der Bestandsergänzung. Altkuh- und Kälbererlöse steigen.

In einer Deckungsbeitragsrechnung für eine Milchkuh entscheidet aber vor allem die Milchleistung über die Wirtschaftlichkeit. Erfahrungsgemäß ist der Milchertrag bei einer längeren ZKZ pro Laktation höher.

Ein Embryo sendet eine Art „Feedback“ an die Kuh, das die Milchleistung reduziert. So beeinflussen frühe Trächtigkeiten den Verlauf der Laktation negativ, sodass die durchschnittliche Milchleistung pro Tag bei langen und kurzen ZKZ etwa gleich groß ist. Je später eine Kuh mit einer sehr hohen Leistung besamt wird, desto geringer ist die „Bremswirkung“ der Trächtigkeit.

Wie lassen sich verlängerte Zwischenkalbezeiten praktisch umsetzen?

Eine Verlängerung der ZKZ um ein festes Zeitintervall funktioniert mit Sicherheit nicht bei allen Tieren. Eine wesentliche Vorrausetzung ist, dass die Kuh eine ausreichende Milchleistung und Persistenz besitzt.

Da die Persistenz mit steigender Milchleistung genetisch korreliert, lassen sich optimale ZKZ und Besamungsbeginn je nach Milchleistung der Kuh festlegen. Je höher die Milchleistung der Kuh nach der Kalbung ist, desto später kann der Beginn der Besamung sein.

Unter Annahme eines entsprechenden Besamungsindexes lässt sich von der ZKZ in etwa auf die freiwillige Wartezeit schließen, die angibt, ab wann welche Kuh mit welcher Leistung besamt werden sollte. Daneben lässt sich der Zeitpunkt berechnen, ab dem ein Besamen nicht mehr sinnvoll ist sowie der Laktationstag für den Start eines Hormonprogramms.

Eine Tabelle mit den entsprechenden Werten und den vollständigen Artikel finden Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 30/2020 und in der digitalen Ausgabe.

Mit Material von Sebastian Peters und Prof. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Ferien auf den Ponyhöfen
  • Agrarpolitik: Sommerreise der Ministerin - Vorstellung der Ackerbaustrategie
  • Tierhaltung: Optimierung der Kuhfruchtbarkeit
  • Technik: Richtig belüften im Kartoffellager
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