Treibgang im Bullenstall
Jan-Gerd Ahlers | am

Respekt vor den Bullen zeigen

Hätten Sie es gewusst? Laut Unfallstatistik der Berufsgenossenschaft gibt es jedes Jahr rund 7.000 meldepflichtigen Unfälle im Bereich Rinderhaltung, davon neun tödliche.

Tierhalter müssen sich immer bewusst sein, dass einTier unvorhergesehen reagieren kann. Vor allem Bullen können sich plötzlich aggressiv verhalten

Mit zunehmendem Alter des Tieres steigt auch die Gefahr, dass sich die Verhaltensweise ändert. Bullen, die sich in ihrem Verhalten ändern und aggressiv werden, müssen umgehend aus dem Betrieb entfernt werden.

Gefahren erkennen

Manfred Eggers von der Berufsgenossenschaft wies auf dem Fachgespräch Rindermast in Verden darauf hin, dass jeder Landwirt das Verhalten der Tiere kennen müsse, um den Unfallgefahren zu begegnen.

  • Eine wichtige Maßnahme ist die Enthornung des Kalbes, denn Hornstöße von Rindern verursachen meist schwere Verletzungen. 
  • Auf 35 bis 40 cm breite Schlupföffnungen als Fluchtmöglichkeit vor angreifenden Tieren darf man  nicht verzichten. Diese müssen so gestaltet sein, dass Personen ohne Aufwand sofort den  Gefahrenbereich sicher verlassen können.
  • Wichtig sind Trenn- und Treibegänge. Sie kosten zwar Platz, aber nur so gibt es eine Trennung von Mensch und Tier.
  • Bei Weidearbeiten kann zum Beispiel der Ackerschlepper als Rettungsinsel dienen. Sicherer ist es jedoch, den Bullen zu fixieren. Dies kann mit einem Fangstand auf der Weide oder einem Treibewagen erfolgen.
  • Bullen, die zur Zucht eingesetzt werden, müssen spätestens im Alter von zwölf Monaten einen Nasenring eingezogen bekommen. Dieser muss aus nicht rostendem Stahl sein. Der Bulle darf nicht am Ring angebunden werden.
  • Immer wieder berichten Landwirte nach einem Angriff durch den Deckbullen, dass dieser bis zum Unfall lammfromm gewesen und „aus dem Nichts“ heraus aggressiv geworden sei.
  • Es ist überlebenswichtig, das Tier immer im Blick zu haben, dessen Verhaltensweisen richtig zu erfassen und angepasst zu handeln, um die Stresssituation für den Bullen zu verringern und um einem Angriff vorzubeugen.
  • Wenn Rinder auffällige Verhaltensweisen zeigen, ist der Landwirt im direkten Umgang mit den Tieren gefordert, sein Verhalten anzupassen und Druck von den Tieren zu nehmen. Tut er dies nicht, muss er mit einem Aggressionsverhalten rechnen.
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