Petition zur Anordnung der Keulung von BHV1-befallenen Rindern in Aachen
Anne-Maria Revermann | am

Rinderherpes: Landwirte klagen gegen Anordnung zur Keulung

Drei Landwirte sollen 680 Tiere wegen Rinderherpes töten. Aber die Tiere sind nicht krank. Die Landwirte wehren sich nun.

Drei Aachener Landwirte klagen gegen eine behördliche Anordnung, rund 680 Rinder wegen der Tierseuche Bovines Herpesvirus 1 (BHV1), auch als Rinderherpes bekannt, zu töten.

Die Städteregion Aachen geht nach Gerichtsangaben in zwei Betrieben vom Verdacht eines Ausbruchs der Tierseuche aus. In dem dritten Betrieb sei Rinderherpes nachgewiesen worden. Die Behörde will mit der Keulung verhindern, dass sich die Seuche ausbreitet und Deutschland seinen Status "BHV1-frei" behält.

Allerdings sei nach Aussage eines betroffenen Landwirts eine Keulung der Tiere völlig überzogen. Er sprach sich für strenge Quarantäne- und Hygienemaßnahmen sowie für eine Impfung aus. Die Tötung wäre trotz Entschädigung aus der Seuchenkasse existenzvernichtend.

Antikörper nachgewiesen

Ein Landwirt, dessen ganze Herde mit 500 Tieren getötet werden soll, betont, es seien lediglich Antikörper nachgewiesen worden, die auf eine Infizierung hindeuteten. Nach Gerichtsangaben zeigen die Tiere keine Krankheitssymptome.

Die Bauern fordern eine Änderung der Rinderherpes-Verordnung. Die schreibt eine Tötung von infizierten Rindern vor, auch wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist.

Die Landwirte hatten die Öffentlichkeit gegen die Tötungsanordnung mobilisiert. Zuletzt waren Hunderte Menschen dem Protestaufruf gefolgt. In ihrem Rechtsstreit waren die Bauern zuvor mit ihren Eilanträgen gescheitert.

Bei BHV1 handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die zu Fieber, Entzündungen und Unfruchtbarkeit sowie Fehlgeburten führen kann. Das Virus ist für Menschen völlig ungefährlich und kann nicht übertragen werden.

Hohes Risiko der Weiterverbreitung

Die Krankheitssymptome seien oft nicht erkennbar, sagt hingegen der Leiter des Instituts für Virusdiagnostik am Friedrich-Loeffler-Institut, Professor Martin Beer. Eine Impfung führe nur zu einer Verringerung des Ausbreitungsrisikos.

Von den rund 500 Tieren seien mehr als 300 positiv. Die starke Durchseuchung berge seiner Meinung nach ein hohes Risiko der Weiterverbreitung des Virus.

Mit Material von dpa
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