Legehennen an der Tränke
Anne-Maria Revermann | am

Risiko-Einschätzung für Vogelgrippe: Das ist zu beachten

Aufgrund einiger Ausbrüche von Vogelgrippe in Deutschland, Mittel- und Osteuropa hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) seine Risikoeinschätzung aktualisiert.

Zu Jahresbeginn kam es zu einem plötzlichen, überregionalen Ausbruch der Vogelgrippe (Subtyp H5N8) in Geflügelbetrieben in Mittel- und Osteuropa. In Deutschland ist ein Fall von H5N8 bei einer tot gefundenen wilden Blessgans in der Lausitz sowie ein Ausbruch in einer gemischten Kleinhaltung in Baden-Württemberg aufgetreten.

Augrund dieser Ausbrüche hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) seine Risikoeinschätzung aktualisiert.

So lauten die Handlungsempfehlungen des FLI

Insgesamt stuft das FLI das Risiko eines Vogegrippe-Eintrags (H5N8) in Nutzgeflügelbestände in Deutschland als "mäßig" ein. Eine deutschlandweite Aufstallungspflicht von Freilandgeflüge empfiehlt das FLI derzeit aber nicht. Sie sollte jedoch in betroffenen Regionen als wirksame Methode zur Verhinderung der Viruseinschleppung in Erwägung gezogen werden.

Das ist laut FLI zu beachten:

  • Überprüfung, Optimierung und konsequente Umsetzung strenger Biosicherheitsmaßnahmen in Großbetrieben. Dabei helfen diese Checklisten
  • Umsetzung der Mindest-Biosicherheitsmaßnahmen in Kleinhaltungen, zoologischen Gärten, Tierparks und -heimen entsprechend der Geflügelpest Schutzverordnung
  • Erhöhte Wachsamkeit für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel und unverzügliche Einleitung der diagnostischen Abklärung hinsichtlich HPAIV
  • Überprüfung der Durchführbarkeit der in den Krisenplänen für den Seuchenfall vorgesehenen Maßnahmen und Aktualisierung der Pläne, soweit erforderlich
  • Vorsicht beim Verbringen von Geflügel aus betroffenen Regionen
  • Sorgfältige Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen und Gerätschaften, die aus betroffenen Regionen nach Deutschland verbracht werden
  • Vermeidung von Personenkontakten in Geflügelbetrieben, die sich in betroffenen Regionen befinden und ggf. Einhaltung von Karenzzeiten
  • Meldung verendeter oder kranker Wildvögel an die zuständige Veterinärbehörde
  • Intensivierung des passiven und aktiven Wildvogelmonitoring mit Schwerpunkt auf Wasser- und Greifvögeln (z.B. Totvogelbeprobungen, Kotbeprobungen an Wasservogelsammelplätzen)
  • Minimierung von Kontaktmöglichkeiten zwischen Geflügel und wilden Wasservögeln und natürlichen Gewässern (z.B. Abdecken von Feuerlöschteichen auf dem Betriebsgelände etc.)
  • Beschränkung von Fahrzeug- und Personenverkehr in Geflügelbeständen auf das unerlässliche Maß; Tierärzte und andere Personen, die berufsmäßig Geflügelbestände besuchen, sollten eine Karenzzeit von mindestens 72 Stunden einhalten, nachdem sie einen Bestand betreten haben, in dem klinische Anzeichen oder Verluste darauf hindeuten, dass HPAI ausgebrochen sein könnte.
  • Diagnostische Überwachung von Wassergeflügelhaltungen (z.B. tägliche Sammeltupfer von verendeten Wassergeflügel), um ein möglicherweise unerkanntes Zirkulieren von HPAIV frühzeitig festzustellen
  • Kein Kontakt von Jägern, die mit Federwild oder deren Ausscheidungen in Berührung gekommen sind
  • Vermeidung des direkten Kontakts von Personen und Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln.

 

Mit Material von FLI
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