Wolf im Wald
Christel Grommel | am

Rodewalder Rudel kostete schon 1,25 Millionen

In Niedersachsen hat das Rudel schon immense Kosten verursacht. Vergangene Woche wurde eine Wölfin aus dem Rudel entnommen.

Schon mehr als 80 Schafe, aber auch andere Weidetiere wie Pferde und Rinder sind von Tieren aus dem Rodewalder Rudel gerissen worden. 

Laut Umweltministerium Niedersachsen belaufen sich die Kosten daher überschlägig schon auf mehr als eine Million Euro. Das beinhaltet direkte Schäden, aber auch Präventionsleistungen wie Herdenschutzmaßnahmen.

In der Nacht zum 7. April wurde eine Wölfin aus dem Rudel geschossen. Für einen Wolf aus dem Rudel gibt es Ausnahmegenehmigung für eine Entnahme. Der Vollzug wird aufgrund der erfolgten Entnahme zunächst ausgesetzt. Aus Gründen des Tierschutzes ist die Ausnahmegenehmigung zeitlich befristet bis zum 15. April 2021. Sollte es zu weiteren Rissen kommen, werde eine sorgfältige Prüfung zur Wiederaufnahme des Vollzugs vorgenommen.

Es gibt immer mehr Wölfe in Niedersachsen

Aktuell gibt es in Niedersachsen 35 Wolfsrudel und zwei Wolfspaare. Sich ausbreitende und anwachsende Populationen weisen ein exponentielles Wachstum auf. Diese Entwicklung zeichnet sich auch bei den Meldungen von Wolfsvorkommen an das niedersächsische Wolfsmonitoring ab. So ist die Anzahl von rund 130 Meldungen im Monitoringjahr 2011/2012 auf über 4.000 Meldungen im Monitoringjahr 2020/2021 angestiegen. Im Auftrag der Landesregierung führt in Niedersachsen die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Wolfsberatern ein landesweites passives Monitoring durch. 

Seit 2011/12 ist die Anzahl an nachgewiesenen Territorien in Niedersachsen stetig um durchschnittlich 60 % pro Jahr angestiegen. Auf Bundesebene liegt dieser Wert bei rund 32 %.

Damit steigt auch stetig die Zahl der Nutztierschäden. Nutztiere können für Wölfe leichte Beute darstellen, was die Nutztierhalter vor große Herausforderungen stellt. In Niedersachsen gab es nicht nur Wolfrisse bei Schafen, sondern auch bei Rindern oder Pferden. 

Eine Tabelle des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zeigt, dass im Monitoringjahr 2019/20 mehr als 1.000 Tiere in Niedersachsen von Wölfen getötet wurden. Für 2020/21 sind es bereits 472. 

Mit Material von MU, LJN, NLWKN
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